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Yosemite

 

 

Yosemite – selbst Nichtkletterer wissen damit etwas anzufangen. Ist das nicht der Riesenberg, an dem die zwei Brüder die außen lang zum Kühlschrank klettern so ein Schnellkletter-Rekord  aufgestellt haben? Tja der Kinofilm „Am Limit“ von den Huber Brüdern macht’s möglich.

Yosemite, das ist das Granit-Eldorado weltweit überhaupt. Doch die Kletterei spielt sich nicht nur im Valley – wie es die Amis nennen – sonder auch oben in den  Tuolumne Meadows ab. Doch Granit sollte man schön mögen und auch schon paar Klettermetern von Selbigem unter die Sohlen gebracht haben, sonst hält sich der Spaß in Grenzen. Denn wer auf Bohrhakendichte a la südfranzösischen Sportklettergebieten hofft, der wird sich enttäuscht abwenden. Es gibt Bolts an den Ständen und auf den Platten, die sich nicht selber absichern lassen. Ansonsten ist die Kletterei im Yosemite Nationalpark pures Trad-Klettern mit wenigen Ausnahmen. Trad steht für traditional und ist dem europäischen Alpinklettern gleichzusetzen, mit dem Vorteil das alpine Wetterrisiko gegen die stabile kalifornische Sonne einzutauschen. Das amerikanische  YDS = Yosemite Decimal System hat natürlich seine Wurzeln im Yosemite. Offiziell entspricht eine 5.10a ca. einer UIAA 6+. Abweichungen gibt es immer, in einigen Yosemite Führern locht eine 5.10a auch bei ´ner glatten 6 ein. Wie auch immer, für mich persönlich bewegt sich 5.10a im Yosemite irgendwo zwischen gefühlter 6+ und 7- mit deutlicher Tendenz zum oberen Ende des Toleranzbereiches hin. Auch viele 5.9 er brauchen sich nach meiner Einschätzung hinter der Götterverschneidung am Fladenstein (und die checkt mit satter 6+ ein) nicht zu verstecken. Speziell die Risse muss man sich ernsthaft erarbeiten. Also lieber erst mal gemäßigt starten.

Klettern unter der Sonne Nevadas, - die Red Rocks bei Las Vegas

 

 

Sportkletterrouten und steile  Mehrseillängen-Routen, entweder gut gebohrt oder mit Rissen und Verschneidungen die Friends und Keile nur so aufsaugen, auf engstem Raum beisammen, und dies alles noch im gewohnten Sandsteinfels unter der Sonne Nevadas – das ist doch eine Reise wert. Mit über 1700 Routen bieten die Red Rocks genügend Stoff für mehrere Wochen.  Tagsüber weit genug entfernt um nicht zu stören, lockt nachts die glitzernde Skyline aus Casinos und Hotels der Spielerstadt Las Vegas.
Doch während einige bei dem Gedanken an schöne Risslinien gleich schwitzige Finger bekommen und am liebsten gleich ein Flugticket buchen würden, winken andere nur ab: no Bolts – no Fun. Es gibt Beides, gut abgesicherte Sportklettereien und natürlich die typischen selbst abzusichernden amerikanischen Trad-Routen. Trad steht für traditional und ist dem europäischen Alpinklettern gleichzusetzen, mit dem Vorteil der stabilen Sonne Nevadas. Auch wenn in Kletterzeitschriften die Heros  nur in  oberen Schwierigkeiten abgebildet sind, findet der klassische Pfälzer 6er  Kletterer eine Unzahl von schönen Routen für die ein Besuch auf keinen Fall ausreicht. Apropos Bewertung, da lässt es sich ja immer trefflich drüber diskutieren. In den Staaten wird ja das YDS (Yosemite Decimal System) benutzt. Eine 5.10a entspricht ca. einer UIAA 6+. Für die Red Rocks kommt diese Bewertung auch gut hin. Hat man einmal das Einreiseprozedere (Achtung die Spaßtoleranz der Beamten liegt deutlich unter Null und mit Klettern und der dazugehörigen Ausrüstung wissen die Wenigsten was anzufangen) hinter sich gebracht liegen wirklich fast unbegrenzte Möglichkeiten vor Einem. Schnell den (von zu Hause aus gebuchten) Mietwagen abholen und das Abenteuer kann starten.

Klettern in der Agiofarago, Kreta

 

Nach einem klettertechnisch eher anspruchsvollen September ging es denn im Oktober auf die griechische Insel Kreta.
Wie im Voraus schon klar eher zum extrem entspannen und weniger zum Klettern. Kreta ist auch keiner der Hotspots und auch nicht ganz bekannt zum Klettern.
Doch unweit unseres "Basecamps" in Pitsidia im Süden Kretas gibt es die Agiofarago (Schlucht) eines der noch immer
wenigen Klettergebiete auf der großen Mittelmeerinsel. In Sachen Klettern etwas unterentwickelt wenn man den kleinen
"großen" Bruder Kalymnos betrachtet. Zugegeben die Dichte auf engstem Raum ist hier nicht möglich und die Zugänge zu den Gebieten sind nicht so komfortabel aber es bestehen weit mehr Möglichkeiten als momentan vorhanden. Auf alle Fälle hat es mich dann doch einige Male in die Schlucht gezogen.

Kreta - Jahrtausende alte Kultur, große Insel im Mittelmeer, Handelsknotenpunkt in der Antike, Raki trinken bis zum Abwinken, schon die Römer haben die Insel abgeholzt seit dem geben die allgegenwärtigen Ziegen ihr Bestes dazu, die Landschaft karg zu erhalten und lassen auch den Kletterer besser einen Helm tragen da die Ziege immer oben steht - in der Wand.

Klettern in San Vito lo Capo, Sizilien

Zugegeben an Pfingsten zum Klettern in den Süden zu fahren, da kann nichts gehen, da ist es einfach zu heiß.
Richtig, aber manchmal ist man Zwängen und Zeitfenstern ausgesetzt auf die man wenig Einfluss hat .....und nach Sizilien wollt ich schon länger mal seit ich die Bekanntschaft mit einem der dortigen Erschließer gemacht hatte.
Im Nachinein muss ich sagen, die Hitze wird manchmal überbewertet. Es war nicht zu heiss wenn nicht in der prallen Sonne geklettert wurde. Also morgens, angenehmer Wind, raus im Schatten, angenehme Temperaturen bis ca. 14 Uhr dann war die Sonne da. Ok dann geht nichts mehr - dann erstmal Mittagspause.

Also erstmal hin mit der billigen, gelben, britischen Airline, die, da Ferienzeit nicht mehr billig war. Das Gepäck ausgewogen, von allem nur das Leichteste. Schließlich wollten wir campen, klettern, kochen und tragen mussten wir auch alles. Mit Minimalgepäck war ich schon lange nicht mehr unterwegs. Back to the roots.

Ankunft auf dem Flughafen Birgi bei Trapani, dann per öffentlichen Linienbus weiter nach Trapani von dort nach San Vito lo Capo.

Update Klettern Korsika

Tafoni-Strukturen im korsischen Granit

 

Dieses Jahr zog es uns zu Pfingsten nach Korsika zum Granit-Klettern.
Nachdem wir in 2010 schon mal diverse Gebiete angetestet haben, ging es diesmal ganz gezielt nur ins Restonica Tal und an den Bavella Pass. Der Schwerpunkt lag eindeutig auf Mehrseillängentouren und davon gibt es viele.  Ein neuer  Auswahlführer "Grandes Voies de Corse" verzeichnet 80 Routen. Knapp 20 davon überschneiden sich mit den 65 im Topoguide-Führer beschriebenen Routen. Also genügend Potential für einen schönen Kletterurlaub. Doch oft ist schon beim Zustieg ein guter Orientierungsinn gefragt.

Klettern in Chateauvert

Familiäres Kleinod in der Provence

Tief unten in der Provence, südlich des Verdon im Department Var findet sich diese kleine Perle der Senkrechten.
Zu Ferienzeiten regelmäßig von Deutschen und Schweizern überlaufen ist es dem kletternden Franzosen unverständlich warum dieses Gebiet bei genannten Europäern nach wie vor an Popularität besitzt. Hat doch das Gebiet in der französischen Skala nur eine geringe Bedeutung und Tatsache ist, es sind nur wenige Einheimische am
Fels zu finden. Allerdings steht das Gebiet von Qualität und der Struktur des Kalks anderen Gebieten in nichts nach.
Ein kleines Tal durchflossen vom Argens, auf der Westseite der Weiler Chateauvert auf der Ostseite der kleine Ort Correns umgeben vom Weinanbau.

El Chorro - Winterziel im Süden

Klettern unter Geiern

Diesmal war es wieder der Süden Spaniens, wenn auch nicht für lange Zeit aber hin und an mal nach El Chorro muss schon sein.
Also, nach der Party frühmorgens rein ins Flugzeug, wenn auch das Duschgel erstmal ein Hindernis bildete - Anfängerfehler. Drei Stunden später in Malaga, Schlange stehen vor dem Schalter des im Internet billigsten Leihwagenanbieters - alle anderen Schalter leer - ich kann nicht mehr müde, Durst....

Nach gefühlten Stunden endlich geschafft, wir sind auf der Autobahn; Sonne blauer Himmel - super. Weit vor El Chorro ist schon das Massif der Sierra de Huma zu sehen, Davor aufragend steile Felsriegel und viele weit verstreute einzelne Fincas. Schön hier zu sein. Die Mischung machts. Die Mischung aus super Klettereien in allen Graden, wild romantischem Ambiente, internationales Publikum, spanisches Leben und gutes Wetter. Die sichtbaren Zeugnisse menschlicher Technik vor Ort (Tunnel, Stausee, E-Werk) bereiten dem Ambiente keinen Abbruch. Es passt und gehört dazu.
Angekommen, mussten wir noch, da nichts im Voraus reserviert eine Bleibe finden. Die war dann schnell gefunden und dann nix wie raus den Fels testen, allerdings waren wir so hundemüde das nichts ging. In den nächsten Tagen änderte sich dies.

Ein bisschen Klettern in Australien

Australische Erlebnisse

Text und Bilder von Till Kramann

 

Australien,
das Land in dem alle Weihnachten im Sommer feiern,
...der Weihnachtsmann trotzdem einen dicken Mantel und Mütze trägt  dabei mit dem Schlitten auf Schnee fährt,
...Waldbrand notwendig ist,
...die fiesesten Tiere der Welt leben,
...es Nachts kalt werden kann,
...den besten Fels der Welt gibt,
...Nordwände Sonne kriegen,
...Seife im Kühlfach liegt,
...es im Zweifel eh immer zu kalt für Schlangen ist,
...Fußball gespielt wird, bei dem man den Ball in die Hand nehmen darf,
...Internet noch mechanisch funktioniert,
...Bauhausschrauben als Bolts benutzt werden,
...
sunburn for free,seven days a week, all year long, even at night!

Wakka man!

Als ich aufwache, ist draußen die Hölle los. Wir sind in den Grampians. Es krächzt, jault, heult, fiept, schrillt, kichert, gackert und jammert. Keines der Geräusche kenne ich. Ich weiß nur soviel, es müssen Vögel sein. Ein Blick vors Zelt bestätigt das. Da sind ziemlich bunte Papageien, alle möglichen Raben, einige Kookaburras und flugbehinderte Kakadus, wie schön! Diese sehen beim Fliegen aus als würden sie jeden Moment vom Himmel fallen.

Klettern in St. Léger du Ventoux (La Baleine)

Weltklasse im Kalk von Südfrankreich

 

Lange nach den "klassischen" Klettergebieten in Südfrankreich wurde westlich des kleinen Dorfes Saint Léger und nördlich des Mt. Ventoux am Toulourenc das Gebiet "entdeckt".
Vor ca. 15 Jahren erschienen die ersten Routen dort am Fels, La Baleine (der Wal) benannt nach dem letzten westlich gelegenen Sektor der die wagen Umrisse eines Pottwals nachzeichnet. Erschien in diesem Sektor wohl die erste Route, dauerte es nach langen Verhandlungen durch den FFME (federation francaise de la montagne et de l escalade) doch bis 2008 das dieser Sektor, aufgrund privaten Besitzes des Landes als letzter Sektor erschlossen und der Allgemeinheit zum Klettern zur Verfügung gestellt wurde. Alle anderen Sektoren wurden zeitlich davor erschlossen. Mit dem letzten Sektor wurde eine weitere Perle dem Gebiet eingereiht.

Hungarob Combination 7c, Namibia - Teil 3

Hungarob Combination 7c, Neutour an der Orabeswand,  Brandberg, Namibia

Text und Bilder by Till Kramann und Team Namibia

Ich sitze hier am Generator (Lager 2, eine Stunde unterhalb des Basecamps) und lade saemtliches Zeug auf was zu laden ist, Akkus fuer die Hilti, Akkus fuer die Kamera, Joergs iphone (ja wir haben tatsaechlich Empfang am Fuße der Wand), und Laptop (! kann sich das einer vorstellen, die haben tatsaechlich nen Computer hochgeschleppt um Alex' Filmesammlung naeher kennenzulernen  dafuer aber die Haelfte der Bolts im Auto vergessen!!! Der Jägermeister, so heißt das Auto, steht ziemlich weit weg, 6 Std. mit Gepaeck und mind. 1200 Hm). Aber erstmal der Reihe nach:

Tag 1:
Erster Tag im Leben danach (nachdem man dachte, man haette sich schonmal richtig angestrengt, hart gearbeitet, total verausgabt!) Wir starten viel zu spät am Morgen. Wir können uns nicht mit den bestellten Trägern einigen. Nachdem diese den 4-fachen Tageslohn fordern, entschließen wir uns in einem Anfall von grenzenloser Selbstüberschätzung und Arroganz unsere Lasten selbst zu tragen. (Im Nachhinein und in Anbetracht der Tatsache, dass wir letztendlich doch erfolgreich waren, kann man nicht sagen, dass es eine Fehlentscheidung war. Dennoch hätten wir mindestens einen vollen Tag mehr zum Klettern gehabt und gegen Ende größere körperliche Reserven.)

Die Anfahrt und Suche nach der Wand fällt nicht schwer. Schon von Weitem steigt sie ganz oben am Massiv steil empor. Mit vier Wüstenfahrvolltrottel gestaltet sich eher schwierig, den richtigen Sandweg zu erwischen.