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Bild aus Archiv

Magnetfinger 9+, Burghaldefels

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Wochenende in Ettringen

200 Kilometer nordwestlich von Heidelberg, in der Eifel zwischen Mayen und Ettringen liegt ein interessantes Klettergebiet im Basalt - das Ettringer Lay. Lays werden die dortigen Abbausteinbrüche bezeichnet die ca. 30 Meter ab der umgebenden Landschaft, ähnlich riesigen Löchern, in die Tiefe gehen. Um Mayen und Ettringen gibt es einige Lays in denen der Basalt abgebaut wurde. Der Basalt entstand aus vulkanischen Eruptionen. Die flüssige Lava ergoß sich in die Täler und verfüllte diese, erkaltete dort langsam und bildete die für Basalt typische Form der hexagonalen Säulen aus. Bedingt durch diese Form kommt es dann zur charakteristischen Riss-, Verschneidungs- und Kantenkletterei an den durch den Abbau entstanden Wänden und Türmen. Viele der stillgelegten Steinbrüche sind zum Klettern erschlossen. Das Ettringer Gebiet mit mehr als 600 Touren ist das Größte vor Ort und trotz Steinbruch ist das Gestein erstaunlich fest. Lediglich die Auflage ist lose deswegen sollte nicht ausgestiegen werden.

Samstag am späten Morgen nach dem das Auto oberhalb der großen Wand geparkt war geht es erstmal zum Sektor Mordor auf der östlichen Seite der Straße gelegen. Nach steilem Abstieg inden Bruch stoßen wir an der gegenüberliegenden Wand auf die Route "Felsapfel". Aah ne sieben zum aufwärmen gut.... Nachdem ich mich hochgekämpft habe war mir klar - der Basalt hier ist kein Henkelgeplänkel, hier muß was getan werden, das Bewegungsrepertoire muß vorgezaubert werden. In einer der darauffolgenden Touren Namens "Cool Running" ne 8 (ne wunderbare Tour) ist dann auch alles geboten inklusive Reibungskletterei. Reibung ist im Basalt schon auch gefragt, einerseits erscheint der Basalt rauh aber steht man dann in einer "trittlosen" Verschneidung ist der Fels ganz glatt oder erscheint zumindest glatt und es bedarf etwas Gewöhnung die kleinen Unebenheiten und Aufwerfungen zu erkennen auf denen der Fuß platziert werden kann. Nach zwei weiteren Routen im achten Grad beschlossen wir die Straßenseite zu wechseln.

Von irgendeiner Tour im neunten Grad haben wir dann erstmal abgesehen nachdem ich in einer 8+ in der großen Wand in einer geschlossenen Verschneidung davorstand und einfach mit meinen Mitteln nicht mehr weiter wußte. Alles stützen und Spreizen half nichts. Ernüchterung pur. Nach einer weiteren Traumtour (Im Taumel der Triebe 8-) war dann erstmal fertig für den Tag und wir waren dann soweit um uns ein Bier und etwas zum Essen zu gönnen.

Nächsten Tag gings dann gleich wieder an die große Wand diesmal in den linken Teil. Nach einer 7- zum Aufwärmen, die Erwartungen waren schon heruntergeschraubt, gings in die Route "Mayflower" 8 (8-). Auch diese Route verlangt gute Technik die auch nicht auf Anhieb geklappt hat. Eine weitere Tour namens "Mut der Verzweiflung" 9- erregte dann mein Aufsehen, doch ist diese Tour clean zu begehen und so fehlte mir der Mut diese von unten gleich anzugehen. Nun ich hängte mir diesen markanten Riss dann aus der Nachbartour im Toprope ein und die Tour war machbar ohne Verzweiflung doch die finale Crux wird im Vorstieg das Legen der eigenen Sicherungen sein. Zum Ausklettern gings dann noch in den "Direkten Amerikanischen Traum" 7 in dem recht viel gespreizt werden darf. Rohe Gewalt ist hier nicht notwendig dafür gute Technik und stehen.

Bilder anklicken (4 von 7) Bilder 2 - 7 © Krille
Große Wand, Ettringen Roland in Felsapfel 7 Roland in Mayflower, 8 Mut der Verzweiflung, 9-

 

 

 

 

 

Wer in Ettringen klettert sollte im Anwenden von Keilen und Friends geübt sein. Einige der bis zu 30 Meter hohen Routen sind clean, bei vielen muß ein mobiles Sicherungsmittel dazugelegt werden. Friends eignen sich hier hervorragend da die Risse meist parallel sind. Die Kletterei spielt sich meist im leicht plattigen bis senkrechtem Gelände ab. Doch sind im Sektor Mordor (bzw. deren Untersektoren) auch überhängende (Bierkeller) bis stark überhängende (erste und zweite Grotte) Teilbereiche zu finden. Hier finden sich auch schwerste Touren bis 11-. Insgesamt ist die Kletterei sehr abwechslungsreich und für den jeweiligen Grad sollte man schon die Hände aus den Taschen nehmen. Vom Ambiente ist nicht jeder Sektor wirklich einladend. Die generelle Landschaft in der Vulkaneifel ist schön, doch gehen die Steinbrüche unter die Landschaft und insbesondere der Sektor Mordor wie der Name schon impliziert ist doch sehr lochig, wobei die Kletterei nicht darunter leidet!

Leider waren wir nur zwei Tage dort doch wird es nicht das letzte Mal sein. Ab und Zu einen Besuch nach Ettringen anstatt in die Fränkische erweitert mit Sicherheit den Kletterhorizont.

Lage als Google Map:

 

Kletterführer:

Topo Ettringen  Schwarze Säulen – Kletterführer Mayen
Alexander Schmalz-Friedberger, Halle 2005
ISBN 3-00-018186 DIN A5 Querformat
www.geoquest-verlag.de/ 

 

Video einer Kletterei in Ettringen: 


Perlender Abgang from Semigrasso on Vimeo.