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Pared Enfrente

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Klettern im Ötztal, Tirol

Das Ötztal boomt, so und ähnlich stand es in der Sonderbeilage der Zeitschrift "Klettern" im Juli/August 2008. Außerdem gab es vom 11.-13. Juli noch das Kletterfestival Rock Total. Das Ötztal erfährt einen Kletterhype als climbers paradise.
Da für eine Woche klettern noch kein Ziel feststand, hat es sich dann angeboten, das Ötztal anzutesten.
Gesagt, getan in 4,5 Stunden standen wir in Ötz, ganz wild darauf den ersten Gneis in die Finger zu bekommen. Gleich am Ortseingang von Ötz, das gleichnamige Klettergebiet. Bestechend der Zustieg - keiner. Riß-, Plattenklettern und leicht abdrängend, von 5a - 7c, runde 30 Touren, gut gesichert, beste Reibung. Das Ambiente wird stark gemindert durch die vorbeiführende Haupverkehrsstraße, einer Firma und einer Straßenbucht zur Radarerkundung der Verkehrsteilnehmer durch die Ordnungshüter.
Weiter ins Tal nach der Ortschaft Tumpen, ist von weitem linkerhand die Engelswand sichtbar. Mithin eine der besten Locations für leicht bis mittelschwere Klettereien. Von 3a - 7c finden sich dort auch lange (30-35m) Touren im besten Gneis. Die Wand steigt direkt aus der flachen Wiese auf und ein bequemer Sportklettertag mit 10min flacher Feldweg zustieg insbesondere auch mit Kinder ist garantiert. An heißen Sommertagen kann die Wand schwitzig sein, da die Wand Süd ausgerichtet ist.

 

EngelwandEngelwandEngelwand

 

Ebenso super für Familien geeignet ist das Sportklettergebiet Oberried. Dieses mit drei Sektoren erschloßene Gebiet, grenzt ebenso direkt an eine Wiese an. Die Schwierigkeit auch hier zwischen 3a und 7c. Das Gebiet befrindet sich im mittleren Ötztal bergauf vor der Ortschaft Längenfeld auf der rechten Seite des großen Talkessels.

Das größte und was die Tourenanzahl in den oberen Graden betrifft auch anspruchvollstes Gebiet (6a-8c+) ist Niederthai. Von Umhausen kommend die Auffahrt nach Niederthai, dort in der letzten Kurve vor dem Stuibenfall (ein Wasserfall) bzw. kurz vor Niederthai parke, auf Pfad in den Wald, dann ca. 25min laufen.
Das Gebiet auf ca. 1450m Höhe gelegen ist das Ergebnis eines ehemaligen Bergrutsches vor ca. 10.000 Jahren aus dessen Masse die vielen bekletterbaren, riesigen Blöcke bis zu 35 Meter Höhe herausragen. Durch diese unregelmäßig geformte Bergrutschmasse, überwuchert von Nadelholz, Heidelbeere und dichtem Moos zu laufen, gleicht einem Gang durch Anderland. Es wundert nicht das vielen Touren, Namen aus dem Herrn der Ringe entstammen (Auenland, Mordor, Minas Morgul). Besonders zu erwähnen, da gute Klettereien und oder viele Touren sind die Langer BlockBlöcke Glückshormon und Waldläufer (Hoher Stein) mit den Routen Ötztalgeheimnis 6c, The Clash 7c, Gondor 8c+, dann Langer Block mit den Routen Flying Circus 6c+, Jolly Jumper 7a+, Titty Twister 7c+ und der Sektor Minas Tirith mit Routen Le Miracle 7b, Minas Tirith 8b+.

Talaufwärts gleich zu Beginn des großen Talkessels vor Längenfeld befindet sich linker Hand das Klettergebiet Nösslach. Parkplatz istan einer kleinen Kapelle, von dort geht es beschriftet in ca. 5min zu den Einstiegen der drei Sektoren zwischen 5a-8a.Dieses Gebiet, auch Süd ausgerichtet bietetber Dank einiger hoher Bäume Schatten. Dies auch im Sommer. Lohnend sind dort mehrere Touren im Bereich 6b-6b+ in Sektor Weisser Riese, so wie die tolle Kaito 6c+ im Sektor Avalon. Im mittleren, neuen Sektor Feuerherz sind die Touren eher kürzer und knackig am Dach.

Die Klettergebiete im Ötztal bieten klettertechnisch anspruchsvolle Routen. Das ganze Bewegungsrepertoire muß abgerufen werden. Sehr schön ist das alpine Ambiente mit einem oft guten Talblick. Die Gebiete bieten viel für Anfänger und im mittleren Schwierigkeitsgrad, doch auch Hard Mover können auf ihre Kosten kommen. Die Bewertung ist generell schwer im Vergleich zu deutschen oder schweizerischen Gebieten. Alle Gebiete sind sehr gut mit Bohrhaken ausgestattet und die meisten haben am Wandfuß einen Picknick Bereich.

Generell bezieht sich der neue Kletterhype im Ötztal unter dem Motto "climbers paradise" auf Anfänger sowie Kletterer in mittleren Bereich so wie auf Familien. Die meisten Gebiete sind für Familien geeignet. Vielleicht in Ermangelung des Schnees im Winter wird hier ein neues (altes) Marketingkonzept aufgefahren um neue Besuchergruppen zu erreichen. Gemeint ist hier allerdings nicht der wild campende Hard Mover.
Wird ein mehrwöchiger Urlaub im Ötztal verbracht mit allenmöglichen Aktivitäten die das Tal zu bieten hat, so lohnt es sich immer die Sportklettergebiete zu besuchen. Einen längeren Aufenthalt nur wegen der Sportklettergebiete ist nicht unbedingt lohnend denn da gibt es in Europa eindrucksvolleres, es sei denn eine Route wird bedingungslos projektiert.

Eine Woche Sportklettern im Ötztal ist gerade super.

Weitere Aktivitäten im Sommer: Hochgebirgswandern, Bergsteigen, Biken, Kajak, Mehrseillängen.

Mehr Infos auch unter: www.climbers-paradise.com . Dort gibt es auch Topos der insgesamt 11 Gebiete im Ötztal, außgenommen das Gebiet am Piburger See.
climbers-paradise ist ein Zusammenschluß mehrerer Täler und Regionen im Westen Tirols. Es gibt da neben Infos über das Ötztal noch jede Menge mehr Infos zu anderen Tiroler Klettergebieten.

 

  Kletterführer: Sportklettern in Tirol, Michael Meisl, Verlag Routebook, 544 Seiten, Preis 34,80 €, ausführliche Infos, viele Bilder und Hintergrundinfos. Auflage: 2008
 

Ein moderner Kletterführer, der keine Wünsche offen lässt und Lust aufs Klettern im Ötztal und Imst-Gurgltal macht.

Erstausgabe 2010

Ausgabe April 2012