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Das erste Mal Thailand

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Es war Anfang 1989, daß ich das erste Mal einen Urlaub in Thailand verbrachte. Da hatte ich mit Sportklettern wenig am Hut, da waren mehr Motorräder und und und.... angesagt. dennoch hatte ich zu dieser Zeit schon viele Schneestapfereien auf 4000er Gipfel gemacht.
Also '89 im Februar verbrachten wir erstmal drei Wochen im Norden Thailands mit Motorrad fahren. Anschließend ging es wieder via Bangkok in den Süden mit einem sogenannten "Geheimtip" im Notizbuch: In der Nähe von Krabi soll es einen schönen Strand geben. Nun der Strand entpuppte sich als Phra-Nang-Beach. Zur damaligen Zeit hatte ich zwar schon über den Tellerrand des Mittelmeeres hinausgeschaut aber so richtig in den Tropen mit Palmen, Strand und Meer hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht genossen. Ich war nachhaltig beeindruckt von der einzigartigen Landschaft. Phra-Nang-Beach, heller Sand eingeschlossen von ca. 150m hohen Kegelkarsttürmen geziert von riesigen Stalaktiten in allen Formen und dazwischen, sattes Grün. Im Wasser alle Schattierungen von Blau und Türkis. Direkt am Strand eine kleine open-air Küche, dahinter versteckt im Kokospalmenhain, kleine Bambushütten.

Ein Auszug aus einem damaligen Reiseführer:
Stell dir ein Tal vor, am Ein- und Ausgang von Stränden begrenzt, etwa 50m breit und beidseitig von 100m hohen, dschungelbewachsenen Felsrücken umgeben, die Talsohle mit Palmen und ebenfalls Dschungel. Und mittendrin, z.T. an die Felsen geschmiegt, durch kleine Pfade miteinander verbunden, liegen die an Blockhütten erinnernden Holzbungalows mit Terrasse, bequemen Bett und Moskitonetz. Ringsum münden große und kleine Höhlentore, riesige Grotten, die Felsen sind bewohnt von über 500 Affen- etwas scheu hüpfen sie in den Bäumen umher. Zwischen den Felsen, hoch über den Bungalows, liegt ein türkisgrüner "Kratersee", vom Meer gespeist.
Quelle: Thailand selbst entdecken. Möbius/Ster, Regenbogenverlag, 1988

 

Einige eingescannte Dias von 89

Phra-Nang-BeachTon SaiPhra-Nang-Beach

 

Gedanken ob man die Kalktürme besteigen kann habe ich mir damals mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit nicht gemacht und zum Sportklettern war der Spot noch nicht entdeckt. Erste Klettertouren gab es erst ein Jahr später. F.Burnier und D.Potard bohrten am Defile und am Defile Exit Wall (Mai Pen Rai) erste Touren ein, sowie am 1-2-3 Sektor (u.a. Knights in White Satin 7b+). Schon ein Jahr später bohrten Volker Schöffl und Frank Dicker erste Touren an der Muay Thai Wall und Sam Lightner an der Low Tide Wall (Narsilion 6c+) ein. 1992 wurde dann die Mehrseillängen Tour auf den hohen Turm in der Thaiwandwall (Lord of the Thais, 7b) von Larissa und Greg Collum eingebohrt. Danach ging es Schlag auf Schlag. Immer mehr neue Routen von vielen versch. Einbohrern wurden erschlossen. Ein Kletterparadies war geboren.

Mit dem Mehr an Touren kamen aber auch ein Heer von Kletterern, nicht kletternde Rucksacktouristen sowieso.Aus den anfänglich wenigen Holz/Bambus Bungalows Anlagen wie Gift, Ja-Ja, Joy.... wurden bald immer mehr um den Touristenstrom Unterkunft zu bieten. Die geschäftstüchtigen Thais wußten auch schon bald was gefragt war, es war alles da und es war bequem - easy living - eben.

Der Brunnen mitten im Kokospalmenwald mit der open-air Wassereimerdusche genügte nicht mehr. Pumpen mußten her. Die knatterten dann den ganzen Tag um das Wasser zu fördern, abends knatterten dann die Stromaggregate. Aus den einfachen Bambushütten wurden stabile Holzhütten zuerst ohne dann mit Dusche, aus diesen wurden komfortable Steinhäuser mittlerweile die meisten mit Air-con. Kokospalmen und Dschungel mußten weichen und wurde gerodet. In Tonsai, 1989 kam ich keine 100m vom Strand weg da alles dichter Dschungel war, wurde mehr und mehr Unterholz ausgeräumt und verfeuert. Gab es bis 1998 dort nur die Freedom Bar mit ihren Bungalows, waren es danach 10 - 12 Anlagen mit allen Erscheinungen des Massentourismus. Auch hier wurde dann der Dschungel gerodet, das nicht zur Genüge existierende Wasser aus immer größeren Tiefen geholt,
Generatoranlagen um Strom zu produzieren wurden erstellt. Mittlerweile wurden am Phra-Nang-Beach die Bungalows entfernt dafür wurde nun das exklusive Dusit Ressort erstellt mit eigenem Dieselkraftwerk, zu sehen und vor allem zu hören und zu riechen am Rai Leh East Beach.

Auch in Tonsai wird Jahr für Jahr gebaut um aus den einfachen Bungalows, Air-con Luxusunterkünfte für Kletterer zu erschaffen.
Die ursprüngliche Einfachheit ging verloren. Parallel dazu erhöhte sich die Fährdichte der Longtailboote ob von Ao Nang oder von Krabi. Mußte Ende der 80er Jahre der Reisende sich früh am Morgen an den Phra-Nang-Beach begeben um das morgendliche Longtailboot nach Krabi zu bekommen, kommt man heut zu jeder Tageszeit von jedem Beach aus weg. Dies zieht für das Meer große Belastungen mit sich, abgestorbene Korallengärten ist eine Folge davon.

 

 

Hier einige neuere Bilder

Rai Ley West am MittagTon Sai BeachRai Ley West von der Thaiwandwall

 

Nun ja der Ansturm der Massen ist ja kein Einzelfall ob in Thailand oder anderswo und gerade der Individualtourist den der Kletterer auch im Speziellen darstellt und da schließe ich mich ein trägt ein Großteil dazu bei. Und wer will es denn der
einheimischen Bevölkerung vergönnen eine florierende Einnahmequelle für ihren Lebensunterhalt auszuschöpfen.

Schade ist es trotzdem, dennoch will ich einige dort verbrachte Urlaube nicht vermissen. ......und schön ist es ja immer noch .....und dann kann ich mir überlegen ob ich nicht bald mal wieder .....mal sehen.

 

Kletterführer Thailand * 220 pages. 100 climbing areas.
* Over 80 easy-to-read topo maps.
* Covers all of Railey and Ton Sai in Krabi over 50 areas.
* NEW: Chapter on Deep Water Soloing.
* All climbing areas in Laos and sidetrips in Malaysia.
* Route recommendations for every grade level.
* Indicates recently rebolted routes.
* All you need to know before you go.
* Phone numbers and web links for up-to-date planning.

 

Auf der Website von Wee und Elke kann der bestellt werden

 

Thailand

Schöner Artikel und in der Größe sind die Bilder doch super!

Gruß Frauke

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