News

  • Neu: Kletterkalender "Zeit im Griff 2018"
  • Arbeitseinsatz Schriesheimer Steinbruch
  • Neue Außenkletterwand der Kletterhalle Heidelberg
  • noch ne Kombi-Erstbegehung
  • Kombi-Erstbegehung "Shut up and jump" 10, in Ziegelhausen 3

Bild aus Archiv

Bier

Neueste Kommentare


Newsfeeds dieser Seite einbinden

Gorges du Tarn

Steile Wände lange Routen. Eindrucksvoll präsentieren sich die Wände und sektoren der Gorges du Tarn, etwa 120 Kilometer nördlich von Montpellier.
Auf der neuen Autobahn von Clermont-Ferrand Richtung Süden biegt man an der Ausfahrt "le Massegros" ab um dann über gleichnamigen Ort nach Les Vignes (ca. 15km) mitten in der Tarnschlucht zu kommen. Das Klettergeschehen im Tarn spielt sich unweit des Ortes meist flußaufwärts ab und endet ca. vier Kilometer oberhalb. Alle Klettersektoren befinden sich auf der orographisch rechten Seite der Schlucht und sind zum Großteil Süd ausgerichtet.

Sektor Güllich

 

Da der Tarn mitten im Land liegt und sich der mediterrane Einfluß weniger bemerkbar macht als in den südlicher gelegenen Klettergebieten, kann es im Winter empfindlich kalt werden und sich somit das Frühjahr und der Herbst als beste Kletterzeit anbietet. Selbstverständlich kann auch im Winter bei gutem Wetter geklettert werden, aber eine feste Unterkunft für den Abend und die Nacht ist dann schon angesagt. Im Sommer sollte man dann etwas flexibel sein und immer nach dem Schatten klettern. So sind einige Sektoren West bzw. Ost ausgerichtet. Im Laufe des Tages kann dann gewechselt werden mit einer Badepause an einem der vielen kleinen Kiesstrände im Tarn.

Durchschnittlich sind die Routen alle lang. 30 - 35 Meter keine Seltenheit und oft noch länger. Oft gibt es eine Verlängerung nach oben, welches dann auch meist der schwerere Teil ist, der dann oft ein 80 oder 100 Meter Seil erfordert, wenn es in einem durchgestiegen werden soll, um dann auch wieder ohne Zwischenstation auf
den Boden zu kommen - keulenförmige Unterarme garantiert. Ausdauer sollte nicht nur wegen der Länge angesagt sein denn da die Hakenabstände nach oben hin auch mal sechs bis sieben Meter betragen können, sollte diese auch da sein.
Falls es dennoch nicht reicht dann ist der Flug weit, doch im allgemeinen nicht gefährlich, da reichlich überhängend doch fordert die Psyche ihren Tribut. Die anfänglichen Hakenabstände in den Routen sind recht angenehm. Am Umlenker angekommen kann Dank der oftmaligen Länge und Ausgesetztheit der Klettereien ein Tiefblick nicht nur zum Sichernden sondern auch auf den Tarn, die Schlucht und die gegenüberliegenden Wänden genossen werden.

Die Kletterei im Tarn wird in sieben Gebiete mit ca. 40 Sektoren eingeteilt. Zwei dieser Gebiete befinden sich unterhalb von Les Vignes und sind auch nicht sehr groß, alle anderen oberhalb. Es gibt über 500 Touren, so daß jedem genügend Auswahl zur Verfügung steht. Im 6ten Franzosengrad gibt es schon viel zu holen, doch so richtig gehts dann im kompakten oft löchrigen Kalk ab 7a los.

Lohnende und beeindruckende Sektoren: Shadoks, Le Grand Toit, De que fas a qui, Les Figues au cul, Tennessee, Amphitheatre, Güllich, Tresor du Zebre und noch mehr....

Topoführer: Le Tarn von 2000, nicht aktuell und persönlich finde ich den nicht besonders gut gemacht, bekommt man vor Ort.
Ansonsten kann auch auf den Mistralführer1, Südfrankreich zurückgegriffen werden.

In der Schlucht stehen mehrere Campingplätze zur Verfügung. Am zentralsten gelegen ist der Camping "Le Beldoire", kurz außerhalb von Les Vignes in Richtung Klettergebiet, dann "La Blaquiere" etwas flußaufwärts des Gebiets oder Camping
"Terrados" in Les Vignes. Weitere Campingplätze gibt es in beide Richtungen des Tarn.

Unweit der Tarnschlucht befindet sich auch die Gorges de la Jonte und die Gorges de la Dourbie in denen auch geklettert wird.

An Ruhetagen bietet es sich an ein Boot zu mieten um den Tarn zu bewältigen oder im Sommer auch nur zum Baden.

Interessant sind weiterhin auch die Orte wie St. Enemie, Chaos de Montpellier le Vieux oder die Besichtigung einer der vielen Höhlen. Auch weitere anthropogene Kultur kann dort erkundet werden. So war dieses und die umliegenden Caussees ein Rückzugsgebiet der Katharer und die Templer waren dort auch zugegen.
Zu guterletzt kann sich auch das neue Autobahnviadukt bei Millau mit was weiß ich wieviel Metern Höhe, das höchste überhaupt, angesehen werden. Zwangsweise mußte ich mir das antun und auch noch auf der Heimfahrt gute 70 Kilometer Umweg in Kauf
nehmen

Smile