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Colton McIntyre, Grandes Jorasses, Point Walker

Text: M.Rüter, Photos: M.Rüter und Olov

Gebiet: Chamonix
Gipfel: Grandes Jorasses Point Walker 4208m
Tour: N-Wand Colton/McIntyre

Es handelt sich um eine kombinierte Führe rechts neben dem bekannten Walker-Pfeiler in der Noordwand der Grandes Jorasses, die in den 70er Jahren zum schwersten im Alpenraum gehörte und vom Einsteig zum Gipfel ca. 1.200 Höhenmeter beträgt, von der Hütte ca. 1900 Höhenmeter.

Samstag sind wir (mein Partner war der Schwede Olov) auf die Aig. Midi hochgefahren und sind da 4 Stunden rumgehangen, um uns etwas an die Höhe zu gewöhnen. Wetter so na ja, leichter Schneefall. Samstag Abend genießen wir in einem Chalet mit 15 Leuten ein tolles BBQ,....
Sonntag morgens war es immer noch bewölkt, aber wir haben die Sachen gepackt (jeder Schlafsack+ Biwacksack, 6 Eisschrauben, recht viele kleinere Cams, Jetboil und ein kleines Abendessen+kleines Frühstück + das übliche Zeugs für so eine Kombi-Tour). Um 11 dann Zug genommen nach Montenvers. Oben ist dann bestes Wetter und wärmer als in Cham. Blick auf Jorasses Nordwand: es sieht geil aus, die Angst steigt vor zu vielen Leuten.
Dann sind wir aber alleine auf Leschaux Hütte und mal will es nicht glauben: es kommt auch keiner mehr. 2 Italiener gehen zum Wandfuß, um für die Slovenen Route dort zu biwakieren.
Dann am Montag: Mitternacht Wecker, 1 Uhr los, der Spur der Italiener folgend zum Einstieg des Croz-Pfeilers (3:15); dann mit etwas Problemen wegen Spalten (abenteuerlich!) an den Einstieg der McIntyre, fertig machen, 4 Uhr Einstieg.
Das Eisfeld hat super Verhätnisse, wir gehen am langen Seil mit T-Blocks, 2 Schründe/Spalten bereiten nur kleine Schwierigkeiten, 6:30 genau mit der Dämmerung sind wir unter dem erstem Eisschlauch. Diesen steige ich auch am laufenden Seil mit T-Blocks gleich ganz durch, hier 2 Stände im Fels. Super leicht, da genug harter Schnee, dann in 3 SL laufend zum 2. Aufschwung. Hier hat dann sowohl die Alexis Variante als auch Original-Weg gutes Eis, 8:30: Olov klettern Original. Es ist viel steiler, als es von drunter aussieht. Aber das Eis ist super zum Klettern, leider kaum absicherbar. Olov bleibt cool. Schwere Stelle ist vielleicht 20m lang. Guter Stand im Eis. Danach wieder 3-4 SL laufend mit T-Block auch hier easy, da genug Eis/Schnee zur Headwall (11:00). Ich träume schon vom Absteig zur Bocalleta-Hütte in Italien an einem Tag. Ich bin aber auch ganz ruhig und habe richtig Spass an der Kletterei, da 9h für Headwall ja wohl reichen müssen. Um 20:00 ist es nämlich dunkel und in der ganzen Tour gibt es vor dem Gipfel praktisch keinen Platz zum halbwegs vernünftigen biwakieren.

In der Headwall wird es dann aber doch unübersichtlich. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob wie jetzt McIntyre, Extreme Dream (Tour links daneben) oder sonst was geklettert sind. Erstmal sind wir mit Abalakov wieder etwas schräg im Eis abgeseilt, da uns dann doch eine Rinne weiter links besser erschien. Hier dann auch 3 Normalhaken in 60m schöner Kombi Rinne/Verschneidung M4. Aber dann geht es nicht so recht weiter und wir seilen schräg 20m ab, um wiederum eine Rinne weiter nach links zu gelangen.
Dann 2 SL in Rinne mit dünnem Eis hoch, psycho aber nicht wirklich schwer. Stand jeweils an Cam + kurzer Schraube. Dann klettert Olov einen M6 Rissüberhang mit guten Hooks. Dann noch 4 SL am verschneiten Walker-Pfeiler (Sonne!! es war nämlich doch recht kalt) und erst 18:30 krabbel ich über die Gipfel-Wächte in die Sonne. WOW, es ist sehr emotional für mich, träume ich doch seit fast 10 Jahren von der Tour.
Wir haben dann ziemlich direkt unterm Gipfel an einer Spalte, wo es flach war, biwakiert: kein Problem, nicht gut geschlafen aber auch nicht stark gefroren. Ich hatte etwas Probleme mit der Höhe (4020m).

Am Di. dann um 8:45 abgestiegen, auch ein Abenteuer. Es ging direkt zwischen dem Serac und der Whymper-Rippe runter. Dann 4 mal 20m abseilen auf der Whymper Rippe schräg nach rechts (neue Abseilstände). Dann heikel den steilen Gletscher querend und sehr brüchig auf Reposoir Rippe. Diese dann im ZS Gelände gemeinsam abgestiegen, am Ende 5 mal 20m an neuen Ständen abseilen. Dort ohne Probleme zum Gletscher Ende und sehr schön aber lange ins Tal nach Italien.

Dort stehen wir 10 Sekunden, kommt eine Auto, wir stoppen: Frau eines Bergführes nimmt uns mit zum Busbahnhof in Courmayeur. Dort will gerade der letzte Bus des Tages (15:00) nach Chamonix abfahren. Wir springen rein und sitzen um 16:30 in Cham bei Burger und Pommes, um 23:30 bin ich zu hause..

Bilder anklicken (5 von 13)
Grandes jorasses im steilen Eis Michael Biwak

 

 

 

 

 

 

Hier der Link zum Video vom Profi Ueli Steck in der gleiche Route, aber eben alleine, ohne Seil und in nur knapp über 2h Kletterzeit!!:


 

Vom selber Autor gibt es auch ein Video dieser Slovenen Route mit Croz Pfeiler Aussteig, in der die Italiener am gleichn Tag kletterten. Diese Tour ist ein wenig leichter als unsere:


 

Vom Ueli gibt es auch noch ein super Video von der Route Ginat an den Droites (auch bei Chamonix). Die Tour habe ich auch schon gemacht: