Neuestes Video

See video
See video

Bild aus Archiv

Tafoni am Tan Alta

Neueste Kommentare


Newsfeeds dieser Seite einbinden

Frühjahr, Klettern, Parken und Unfall in Schriesheim

Alle Jahre im Frühjahr zu den ersten schönen Tagen die verständliche gleiche Situation. Alles was klettern will drängt nach draußen in die Sonne an den Fels. Der Schriesheimer Steinbruch prädestiniert für hohe Sonneneinstrahlung macht locker die noch kalten Temperaturen wett, das Potential an meist gemässigte Routen im Bruch macht das Übrige: Der Ansturm der Massen von Kletterern zu diesen ersten tollen Klettertagen im Freien.

Ich nehme mich hier nicht aus, doch gerne vermeide ich den Massenansturm in Schriesheim zu diesen Tagen und weiche zu anderen Zielen aus, die teilweise dann auch so bedrängt sind, doch ist die Situation dann im Vergleich nicht so prekär.

Vergessen werden sollte nicht das der Schriesheimer Steinbruch ein Steinbruch ist in dem gesprengt wurde und der Quarzporphyr bis in die Tiefen zerrüttet wurde und feine Risse aufweist die Schwachstellen für Erosion sind.  Im Winter setzt die Frostsprengung an und das eher wenn die Temperaturen sich ständig um die 0-Grad Grenze bewegen, - gefrieren, auftauen, gefrieren das bringt das Gestein in Bewegung, es lockert sich. Zum Ende des Winters wenn dann alles aufgetaut ist und womöglich noch mit Wasser durchweicht ist besteht dann die größte Gefahr mal so einen richtigen Brocken abzuräumen. Selbst wenn die Routen ausgeräumt waren, ist im Frühjahr der eine oder andere Fels wieder am wackeln.

Manchmal nutzt da auch kein Helm mehr bei der Grösse des Materials. Deswegen als Sichernder Augen auf nach oben, aus der Flugbahn treten, nicht frontal unter dem Kletternden stehen aber auch in die Nachbartour schauen und da auch nicht darunter stehen. Als Kletternder nicht gleich alles anreissen eher vorsichtig sein was angefasst wird und Laut geben wenn was fällt. Das gilt insbesondere für leichtere Routen die doch den einen oder anderen großen Griff haben. Aber leichter gesagt als getan der Fels muss einem auch etwas vertraut sein. Die schwereren Routen im kompakteren Fels bergen weniger Gefahr bei den eher kleineren Leisten, es sei den ein ganzer Felsbereich stürzt spontan ein....

Aber was es an solchen High Noon Tagen in Schriesheim zu sehen gibt  da wird einem oft schon Angst beim Zuschauen. Da wird im Toprope zwei Meter neben der eigentlichen Linie durch die Wand gepflügt, dort ist es eben leichter aber eben auch nicht ausgeräumt, die Brocken fallen. Der aus dem winterlichen Hallenmodus aufgewachte Kletterer steht erstmal vor der Herausforderung sich am Top umzubinden. Schlappseile hängen am Boden, so manch eine Begehung könnte man auch als Freesolo durchgehen lassen.

Bei diesem Ansturm wundert es nicht, dass es oft nicht noch schlimmer kommt und die grausslichen Sicherungsmethoden und sonstigen Unachtsamkeiten sich nicht sofort in einen Unfall verwandeln. Gut dass dem nicht so ist und Fehler jedem passieren können wo sie nicht passieren sollten. Doch an solchen ersten Klettertagen ist die Wahrscheinlichkeit schon ausgereizt. So auch geschehen am letzten Sonntag durch einen offentsichtlichen Kommunikationsfehler. Wenn der Eine nicht weiss was der Andere macht.

Liegt der Verletzte oder gar Schwerverletzte erstmal am Boden dann ist schnellste Hilfe geboten. Dort wo die schnelle Hilfe in Form der Feuerwehr und des Notarztes herkommen sollte parken dann Fahrzeuge und es ist erstmal kein Durchkommen für den Einsatz möglich. Am letzten Sonntag kam glücklicherweise die schnelle Hilfe direkt via Helikopter durch die Luft aber auch nur deshalb weil der Verunfallte wenige Meter neben dem Landeplatz abgestürzt war. Aber der Heli kann nur in der dritten Stufe des Steinbruchs landen. Die Helfer sind notwendig, die müssen schnellstens vor Ort sein. Jeder kann betroffen sein von einem Unfall und ist froh um schnelle Hilfe. Persönlich wurde auch ich schon von der Feuerwehr herausgetragen. Parken auf den Waldwegen geht nicht und schon gar nicht wenn es die Zufahrtswege zum Steinbruch sind und diese noch so verstellt werden das keine Feuerwehr mehr durchkommt. Wessen Fahrzeug will es sein wenn die Helfer zu spät zum Einsatz kommen - des Abgestürzten eigenes Fahrzeug!

Klar ist es bequem bis hoch zu fahren aber wenn dort die wenigen Parkplätze belegt sind dann heisst es wieder runterfahren oder gleich gar nicht hochfahren sondern unten parken. Runde 10 Minuten dauerts länger zu gehen und davon würden auch 5 Minuten gebraucht fürs hochfahren. Gerade die Kletterer aus der Umgebung sollten sich dieser Problematik an solchen hochfrequenten Tagen bewusst sein.

Auf den Waldwegen parken geht nicht.

 

Dazu zwei Artikel aus der Rhein-Neckar-Zeitung:

RNZ vom 08.04.2013 auf der Page von der AGKNO
RNZ vom 09.04.2013

 

Noch zwei Bilder zur Situation (Quelle: Freiwillige Feuerwehr Schriesheim)

Versperrter ZufahrtswegVersperrter Zufahrtsweg