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Invisible Fist: M&M auf dem Weg zur Couch vor der Sloperpassage.

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Buchvorstellung: Kletterführer Alpen Band III von Topoguide.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute liegt mir der neue und dritte Band "Kletterführer Alpen Band III" von Topoguide.de in der Hand. die beiden Autoren Nicole Luzar und Volker Roth haben sich auch beim dritten Band wieder mächtig ins Zeug geschmissen und auf über 600 Seiten werden 280 Touren mit Schwerpunkt im 6ten und 7ten Grad, verteilt über verschiedene Alpenbereiche präsentiert. Es sind neue Touren, die hier präsentiert werden und es gibt keine Doppelungen mit den ersten beiden Bänden.

Jeder Route ist eine Tourenkategorie mitgegeben: Klassiker - Genusstour - Plaisirtour - Sportklettertour.
Im Band III liegt der Geographische Schwerpunkt der Routen im südlichen Bereich des Alpenbogens und dies oft auch in weniger bekannten Gebieten. Dieser Schwerpunkt ergab sich wohl umständehalber durch die weniger stabilen Gutwetterphasen der letzten Jahre in den Zentralalpen.

Hier sollte erklärend erwähnt sein, dass in den Kletterführern sei es Alpen Band I - III oder des Korsikaführers von Topoguide nur Routen aufgenommen werden welche die Autoren auch selbst geklettert sind und es ein eigens angefertigtes Topo gibt. Bei der Vorstellung der Touren wird höchster Wert auf genaue Angaben, exakte Topos und eine genaue Schilderung der Anforderung gelegt.

So sind die ersten 100 Seiten dem Verdon mit neuen, gut abgesicherten Routen gewidmet. Weiter geht es in den südlichen Alpen mit den Gebieten Aiglun, Meeralpen, Ubaye Tal; dann die Dauphine mit Ailefroide, Vallon de Tramouillon, Cerces. Dann weiter mit über 90 Seiten ins Mont Blanc Gebiet. Die Zentralschweiz und die Nordalpen nehmen in diesem Band wie schon angedeutet weniger Platz ein bevor es dann in die Dolomiten-Brenta geht. Auf den letzten 30 Seiten finden dann noch einige Routen um den Gardasee Einlass.

Nach einer Übersichtszeichnung der Alpen am Anfang und des Inhalts kommt die Legende zu den eigens erstellten Topos. Es folgen die READ ME Seiten - die dann auch gelesen werden sollten.
Auf den ersten Abschnittsseiten eines jeden Gebiets gibt es etwas darüber zu lesen. Etwas zum Gebiet, kleiner Abriss übers Klettern vor Ort, etwas Geschichte, Anreise, beste Zeit, Unterkunftmöglichkeiten.
Für alle Routen wird die Länge, Zustieg und auch Abstieg, Dauer, beste Zeit, Absicherung, Felsqualität und Gestein, Anforderung an den Kletternden, die Schwierigkeit und mit Sternen 1-5 bewertet, einen subjektiven Gesamteindruck der Route angegeben.
Zu jeder Route findet sich ein Bild der Wand in dem die Route verläuft, hier würde ich mir wünschen das zumindest der Routenanfang auf dem Photo gekennzeichnet ist. Denn steht man erst vor der 800 Meter breiten Wand die ganze 4cm Breite im Buch einnimmt, dann fällt die Orientierung nicht immer leicht. Das Topo als nächste Instanz ist dann wieder zu nahe als das es sich ohne weiteres in das Bild übertragen lässt.

In den exakten Topos befinden sich Hinweise über nicht sofort offensichtliche Gefahren beispielweise unsichere Bohrhaken oder die Möglichkeit des Verkletterns, auch Angaben zu Gefahren beim Abstieg oder Abseilen sind gemacht.
Da die Touren selbst geklettert sind und die Topos danach erstellt, wird neben den Angaben zu Schwierigkeit und der Anzahl der Haken oder Absicherungsmöglichkeiten in der einzelnen Seillänge auch immer wieder auf die Art der Kletterei (abdrängend, Reibung etc) nebst subjektivem Beschreibungen (schön, spannend etc) hingewiesen.
Die einzelne Routenbeschreibung ist im allgemeinen auch wesentlich länger als in anderen Kletterführern und die Arbeit die im Topo und im Buch steckt kann erahnt werden.

Neu in diesem dritten Band ist der Verzicht auf den “obligaten Schwierigkeitsgrad” (obl.). Es wird jetzt das “empfohlene Kletterniveau” (eKN) angegeben. Da der obligate Schwierigkeitsgrad nur für bestimmte Einzelpassagen einer Route von Bedeutung ist und man sich den ganzen Rest Hochnullen (A0) könnte.... wurde hier diese eKN Bewertung angebracht, sozusagen eine "Wohlfühlbewertung" die der Kletterer haben sollte um sich nicht nur von Haken zu Haken ziehen zu müssen.
Die Schwierigkeitsbewertungen weichen auch in diesem Band fast immer von den Angaben der Erstbegeher oder der gängigen Führer ab, nach oben und nach unten. Es wird versucht eine möglichst objektive Bewertung aufgrund langjähriger Erfahrung und tausender gemachter Touren in den Alpen als auch in weit über die Alpen gehenden Gebieten abzugeben. Das dieses Vorgehen immer wieder für Diskussionstoff sorgt ist nicht von der Hand zu weisen. Beim Apres kann ich mich dann doch auch an lebhafte Diskussionen darüber, ob im Bus oder am heimischen Herd
erinnern.
Persönlich macht mir ein neuer Bewertungsvorschlag kein Kopfzerbrechen und Vorschlag bleibt eben Vorschlag.

Ich war schon öfter mit einem der ersten Bände unterwegs und hatte bis jetzt nur gute Erfahrungen zu verzeichnen. Lediglich einmal war ich vor der Wand gestanden wo ich mir dann, wie gesagt, ein Kennzeichen im Wandbild gewünscht hätte. Die Topos sind stimmig und wenn der Abstieg kompliziert ist dann ist dieser eben auch exakt beschrieben.
Zum Mittragen in der Route ist das Buch nicht gedacht, das Topoblatt muss vorher studiert oder kopiert werden.
Das Buch oder die Bände ist nicht nur ein Topo im herkömmlichen Sinn, es ist eine Art Nachschlagewerk für verschiedenste Routen in verschiedenen Ecken des Alpenraums. Neben verschiedenen Betrachtungen der Autoren und Hintergrundinfos findet sich hier auch eine Fülle von weiteren Informationen und Anregungen zu neuen Routen die gemacht werden können/müssen.

 

Kletterführer Alpen Band III

 

Nicole Luzar, Volker Roth
topoguide.de
607 Seiten
280 Routen
Format 24.4 x 17.8 cm
Preis: EUR 48,95

bestellen bei topoguide.de 

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