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Arico oberer Schluchtteil

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Neues aus Namibia

 

Neuland in Namibia

 

Ein Team von vier Kletterern hat sich für mehrere Wochen aufgemacht nach Namibia um dort im fantastischen Granit Neutouren zu erschließen. Mittlerweile sind die ersten dort angekommen und haben sich dort erstmal an der Spitzkoppe "eingeklettert".

Hier gibt es den ersten Bericht von Till und Alex:

 

Nach viel Packstress, einer eher kurzen Autofahrt (Ich glaube schon jetzt, dass mir Autofahrten zu Hause nie wieder lang vorkommen werden!) und einer Nacht Flug steigen wir an einem anderen Ende der Welt aus dem etwas heruntergekommenen Flieger. Windhoek, Namibia, Afrika. Dass es hier afrikanisch zu geht wird gleich klar. Wir laufen 500m uebers Rollfeld zum "Terminal" um dort das Visa zu bekommen. Die Sonne geht gerade auf. Das Gepaeck wird kurz vor Verlassen der "Security"-Zone nochmals durchleuchtet. Dem "Officer" (saemtliches Flughafenpersonal ist schwarzer Hautfarbe), dessen Uniform aus einer neongelben Warnweste besteht gefaellt unser Gepaeck nicht. Wir muessen noch nach neben an gehen (?). Aha, Zum Gepaeck-"Check". Hier stehen noch mehr "Officers" an langen Tischen und kontrollieren (!) nochmals das Gepaeck. Also genau wie bei uns, nur anders herum. Was es zu beanstanden gäbe weiß wahrscheinlich keiner... Jedenfalls hebeln wir ihm unsere 4 Taschen stöhnend auf den Tisch. Mit großen Augen und scheinbar etwas unzufrieden ueber so viel Arbeit zieht er den ersten Reisverschluss auf. Sein Blick faellt auf eine Menge Karabiner, Camalots, Chalk, Toepfe, Reepschnur. Verwundert schaut er mich an und fragt was wir damit machen wollen. Ich erklaere, dass wir damit zum Klettern gehen, an die Spitzkoppe und so... "Ah, you are real mountain climbers!", "jaja, genau!". Wir wuerden auch campen gehen. Nachdem er einen Schritt zurueckgetreten ist fragt er, was denn sonst noch so in meiner Tasche ist. Kleider. Und in der anderen Tasche? (eine wirklich große schwarze Tasche in Form einer Golftasche, eigentlich schon Sperrgepaeck) Äh Zelt, Matte, Schlafsack, Hallbag... Ok, alles klar passt! Naechster... Ob bei Alex auch sowas in der Tasche sei. Klar, genauso Kram. Ohne einen weiteren Blick zu wagen winkt er uns weiter... Afrika, wir kommen!
Allerdings warten wir noch ca. 1 Stunde am Flughafen um auf unser Mietauto von der Wucher Garage (Inhaber ein freundlicher Hermann Wucher mit deutschen Wurzeln).
Unser Fahrer bretterte mit uns Richtung Hauptstadt Windhoek, die Fahrt dauert ca. 30 Min., den Fahrbahnrand zieren hier und da vereinzelte Autowracks aus frueheren Tagen.

In Windhoek angekommen rennen wir erst einmal in einen Cymot, ein Campingausstatter, um uns mit einigen noetigen Utensilien auszustatten, Gartenschaufel fuers Scheisserle, Wasserkanister, Box fuer unsere Lebensmittel und anderen Kleinkram. Nebendran steht noch der "pick and pay" dort decken wir uns fuer 1200 Rangs (ca. 120 Euro) mit Lebensmitteln und anderem nuetzlichen Zeug ein. Unser Fahrer begleitete uns freundlicherweise und half uns alle die vielen Tueten mit zu unserem Jeep zu schleppen.

Wir entschließen uns erstmal klettern zu gehen. Also geht die Fahrt weiter nach Norden, zum Stützpunkt unseres Verleihers. Dort sind die Papiere schnell (naja) unterschrieben. Das Mittagessen gibts in der "Bäckerei Dekker". Is schon komisch, du bist wahnsinnig weit weg von zu Hause und dann fragt dich die schwarze Bedienung "Hallo, wie gehts? Was darfs sein?" ... Die folgende Autofahrt zieht sich vor allem am Schluss da Schotterpiste wie Kaugummi. Von Weitem ist die Spitzkoppe und die benachbarten Pontoks durch den Dunst bereits zu sehen. Die Landschaft ist karg und trocken. Das vertrocknete Gras waechst aus dem Sand und laesst erahnen, dass es hier auch mal regnet, einmal pro Jahr. Je naeher wir kommen, umso mehr stellen sich die massigen Granitplatten vor uns auf. Im letzten Tageslicht richten wir unser Camp fuer die naechsten 2 Tage ein, Auto rueckwaerts einparken. Ich beschließe, dass das Dachzelt fuer Hobbits gemacht ist und schlafe mehr oder weniger gut im Zelt auf dem Boden.
Der naechste Tag bringt vor allem große Trockenheit. Die Hitze haelt sich in Grenzen, es weht ein steifer Wind in Böen. Ich halte es in meinen Kletterschuhen nicht lange aus. Gleich die erste Platte Grad 22, ca 7 stellt sich als unkletterbar heraus. Waeren die Haken nicht so zahlreich haetten wir keine Chance. Da helfen all die Mukkis nichts, also die von Alex. Die 2. Seillaenge gelingt dafuer schon besser.  Es praesentiert sich eine atemberaubender Ausblick, die Klapfen wachsen tatsaechlich direkt aus einer Ebene. Zwei weitere Klettereien weisen uns unsere Grenzen auf.  Ein Albert Klassiker wartet auf mit einer gefuehlt senkrechten Platte ohne Griffe (naja, die erste Laenge war schoen und auch schon 23). Eine Wasserrinne (21), blankt polierter Granit, aber dafuer fest (sonst sind die Oberflaechen eher sehr bröselig) wirft uns ebenfalls ab. Dann isses 6 und dunkel! Es ist Winter und daher frueh dunkel. Etwas desillusioniert gehen wir am 2. Tag Sportklettern, da geht schon mehr.

Da am Mittwoch Joerg und Manu in Windhoek ankommen, haben wir uns entschlossen vorher noch schnell Touristenprogramm einzuschieben. Wir fahren noch am gleichen Tag runter an den Atlantik nach Swakopmund. Hier ist alles fast deutscher als Deutsch. Alte Kolonialstilhaeuser zieren die Stadt, die ansonsten im quartratisch praktischer Weise angelegt wurde. Viele deutsche Namen, Gebaeude, Straßen, Restaurants. Alex sieht zum ersten Mal den Atlantik, wie er schnell herausfindet ist er sehr kalt. Das Wasser kommt direkt aus der Antarktis. Heute geht es in die Wueste, Sossusvlei.

 

Bilder anklicken (3 von 12)
unterwegs in Namibia Alex am Top Alex in der Wasserrinne
 
 
 
 
 
 
 
 
 
alle Bilder copyrights by Till Kramann
 
 
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