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Proud Monkey Roof, Kletterer: Roland

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Hungarob Combination 7c, Namibia - Teil 3

Hungarob Combination 7c, Neutour an der Orabeswand,  Brandberg, Namibia

Text und Bilder by Till Kramann und Team Namibia

Ich sitze hier am Generator (Lager 2, eine Stunde unterhalb des Basecamps) und lade saemtliches Zeug auf was zu laden ist, Akkus fuer die Hilti, Akkus fuer die Kamera, Joergs iphone (ja wir haben tatsaechlich Empfang am Fuße der Wand), und Laptop (! kann sich das einer vorstellen, die haben tatsaechlich nen Computer hochgeschleppt um Alex' Filmesammlung naeher kennenzulernen  dafuer aber die Haelfte der Bolts im Auto vergessen!!! Der Jägermeister, so heißt das Auto, steht ziemlich weit weg, 6 Std. mit Gepaeck und mind. 1200 Hm). Aber erstmal der Reihe nach:

Tag 1:
Erster Tag im Leben danach (nachdem man dachte, man haette sich schonmal richtig angestrengt, hart gearbeitet, total verausgabt!) Wir starten viel zu spät am Morgen. Wir können uns nicht mit den bestellten Trägern einigen. Nachdem diese den 4-fachen Tageslohn fordern, entschließen wir uns in einem Anfall von grenzenloser Selbstüberschätzung und Arroganz unsere Lasten selbst zu tragen. (Im Nachhinein und in Anbetracht der Tatsache, dass wir letztendlich doch erfolgreich waren, kann man nicht sagen, dass es eine Fehlentscheidung war. Dennoch hätten wir mindestens einen vollen Tag mehr zum Klettern gehabt und gegen Ende größere körperliche Reserven.)

Die Anfahrt und Suche nach der Wand fällt nicht schwer. Schon von Weitem steigt sie ganz oben am Massiv steil empor. Mit vier Wüstenfahrvolltrottel gestaltet sich eher schwierig, den richtigen Sandweg zu erwischen. Um 10 Uhr parken wir den "Jägermeister" am Ende eines jener, eingangs des Tals, mitten im Nirgendwo, 1500 Meter unterhalb der Wand. Es ist bereits sehr heiß (30-35 Grad im Schatten). Wir wollen innerhalb zweier Tage sämtliche Lasten ins Basecamp, direkt unterhalb der Wand transportieren (inclusive Generator mit 5l Sprit, Hilti und Akkus, 150 Bohrhaken und sicher 60kg Food). Leider oder besser gesagt zum Glück ist sich keiner von uns den Strapazen bewusst, die damit auf uns zu kommen werden. Im ersten Gang für heute schultert jeder ca. 30-35kg, außer mir. Mein Haulbag wiegt genau 155,6 t, es passen ja auch 140l Wasser rein! Nach kurzer Zeit ist mein Hemd komplett durchtränkt und trieft vor Schweiß. Ich ziehe es in der ersten Pause aus und lege es auf einen Felsen in der Sonne. Es ist nach 5 Minuten wieder furz-trocken. Die Wegsuche gestaltet sich langwierig, da immer wieder die Markierungen nicht zu sehen sind. Schließlich kommen wir auf einen Weg und finden nach einer weiteren anstrengenden Stunde einen genialen Lagerplatz für die Nacht.
Die Aussicht ins Tal ist großartig,  sie reicht an diesem Tag sogar rueber bis zur Spitzkoppe (80km).  Die Felsplatten  sind flach, es gibt Holz zum kochen und vor allem viel Wasser. Ein kleines Rinnsal fließt durch große Wannen die Felsplatten hinab. Nach wie vor stellt sich uns das Wasserproblem als die größte Hürde entgegen, damit das ganze Unternehmen nicht frühzeitig scheitert. Daher beruhigt uns unser Fund, bedeutet es doch, nicht immer wieder bis zum Auto hinabsteigen zu müssen.
Schnell sind die Lasten deponiert und wir starten wieder nach unten. Am Auto laden wir uns die zweiten Lasten auf. Das sind vor allem das Aggregat, die Bohrmaschine, 2 Rucksaecke Essen und die Bohrhaken. Die Rucksäcke sind etwas leichter und lassen sich wesentlich angenehmer tragen, außer meinem! Das Aggregat lässt sich nur schlecht in dem Haulbag tragen. Dadurch, daß der Sack kein Tragesystem besitzt, zieht er nach und nach immer mehr an den Schultern und Rücken. Man muss sich immer mehr krümmen damit der Sack einen nicht nach hinten umzieht. Der Inhalt sitzt dabei immer mehr auf dem Arsch und verursacht in Kombination mit dem engen Hüftgurt Schmerzen in der Muskulatur und an den ersten Rippenbögen. Geil!, wenn man masochistisch veranlagt ist. Eine Qual für Landesbeamte und Möchtegerntragehelden und solche, die am Tag danach immer noch nichts dazugelernt haben. Ich verfluche zum erstem Mal den Freund, der mir zwar netter Weise dieses Monster geliehen, mir aber gleichzeitig verschwiegen hat, daß es sich am Besten zu Hause im Wohnzimmer macht. DANKE MICHI S. aus F. am F.!
Nachdem ich klein bei gebe tauschen wir die Lasten untereinander öfter aus. In der Hitze leiden wir zwar keinen Durst, trinken allerdings sehr viel. Viel ist an diesem Tag zwischen 5 und 10 Liter. Hunger verspürt keiner, was sich in den kommenden Tagen als das eigentliche Problem darstellt. Um vorweg zu greifen, diese ersten zwei bez. drei Tage kosten uns immens viel Energie. Keiner wird sich während des Aufenthaltes von den Strapazen erholen. Bei mir macht sich das vor allem daran bemerkbar, dass ich kaum noch "angriffslustig" bin, beim Klettern teilweise Angst habe und auch meinen Fähigkeiten nicht mehr traue. Die anderen leiden an Kraftlosigkeit, haben "weiche Knie" und sind bei den fast täglichen Wassertransporten phasenweise sehr langsam und ausgepowert.
An diesem Abend gibt es vor allem das mitgebrachte Frischzeug, Kürbis, Kohl, Karotten etc.. Jaja, ich weiß. Ist alles schweres Zeug... aber eben lecker. Tütenpasta solls ja auch noch geben in diesen Tagen.

Tag 2: War Tag 1 eine Qual, so ist der zweite Tag die reinste Folter in der Hölle, 1 A deluxe, extraheiß mit Sahne drauf. Waren die Lasten gestern noch leicht, so sind sie für die anderen heute wesentlich schwerer, außer für mich! Als erstaunlich unerträglich (dies kann wirklich doppeldeutig verstanden werden) stellt sich der graue "Drecksack" heraus. Da wir Wüstenvollprofis gemerkt haben, dass wir nun obendrein auch Wasser  mitschleppen müssen,  bleibt vieles im Lager 1 zurück, was wohl "in den nächsten Tagen" hinaufgezerrt werden muss. Der Weg ist steiler und viel verblockter. Wir wühlen uns durch dichte Büsche und müssen  immer wieder auf größere Blöcke klettern, darueberbalancieren und herunterspringen. Würde ein Psychiater unsere kurzbehosten, zerritzen Beine sehen können, er/sie/es hätte uns als akut suizid-gefährdet eingestuft. Nach mehrstündiger Qual finden wir schließlich den Lagerplatz der Amerikaner, die 2 Jahre zuvor bereits da waren und machen uns gleich wieder auf den Weg nach unten. Schön bescheuert! Das Thema "Träger" findet auffallend wenig Beachtung in den Gesprächen der nächsten Tage.
Mit Knieschmerzen und völlig fertig richten wir am späten Abend unser Basecamp notdürftig ein. "Morgen bauen wir uns gescheite Sitzgelegenheiten und nen Tisch!" Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es bei diesen paar müden Worten blieb.  Ein paar viel zu kleinen, polsterlosen Rückenschmerz-Blöcken zum Sitzen/Kauern und Teller auf dem Boden. War klar! Aber wer kann schon noch ein paar schwere Blöcke rumschieben, alles Kraftverschwendung!

Tag 3: Nachdem die ersten beiden Tage sehr anstrengend waren entscheiden wir, für die psychische Empfindlichkeit schon einmal mit einer möglichen Route anzufangen. Jörg und Manu beginnen also mit Klettern (dem Einrichten einer Tour), Alex und ich begeben uns auf Wassersuche. Wir haben von Basil, dem Besitzer des "Brandberg Rest Camps" den Tip bekommen, dass hinter unserem berg auf jeden Fall Wasserrestchen durch Gumpen laufen. Basil ist quasi der personifizierte Räuber Hotzenplotz, nur ohne Räuber. Vollbart, dahinter pausbackig vernarbtes Gesicht, aufgedunsene Nase, der kugelrunde Bauch wird von einem kurzärmligen zu kleinen Hemd überspannt, kurze Hosen und stets ein hinten zugeknotetes 70er Jahre "Reinhold-Messener-Stirntuch" in den halblangen Haaren. Ein ECHTER Wüstenvollprofi halt!
Wir hoffen darauf, an näherer Stelle Wasser zu finden und nicht ständig eine Stunde in Lager 1 absteigen zu müssen um von dort Vorräte nachführen zu müssen. Nach 8 stunden entspannend leichter Wanderung kehren wir mit 25 Liter Wasser zurueck und stellen zu unserer Überraschung fest, dass sich Jörg und Manu schon  5 Seillängen am Berg hinaufgearbeitet haben. Die Linie, die wir zuvor am Computer und dann vor Ort mit dem Fernglas ausgecheckt hatten stellt sich zumindest bis zur Mitte der Wand als deutlich kletterbar heraus.

Tag 4: Alex und ich bohren auf der 130 Meter hohen Einstiegsplatte eine drei Seillängen lange Einstiegsvariante ein. Der Fels ist 50 Grad steil und weißt für Spitzkoppe-Verhältnisse erstaunlich viele Tritt- und sogar Griffmöglichkeiten auf. Wir sichern die Route "well-bolted" ab, alle 5-8 Meter ein Haken. Ich scheiß mir trotzdem ins Hemd beim Klettern, die Strukturen sind nicht immer gleich fest und brechen hier und da unter den Füßen und Fingern mal weg, bäh! Die Oberfläche erinnert stark an Kalkfels. Ausgewaschene Dullen, Rinnen und manchmal Löcher. Und dazwischen... schuppiger, bröseliger Granit, gruselig. Ich versuche mir die Schuppen die einmal gehalten haben einzuprägen, frage mich an den folgenden Tagen doch immer wieder ob sie diesmal wohl hält. Es ist zum Dünnschisskriegen.

Die Tage vergehen. Wir wechseln uns in Teams ab in der Route zu arbeiten und Wasser zu holen oder Lastentransporte zu erledigen. Immer noch liegen Dinge in Lager 1, die am Berg höher geschafft werden müssen. So zum Beispiel das Aggregat. Jörg schleppt es an einem Tag bis ins Lager 2, einer Art Pass eine (gerannte) halbe Stunde unterhalb des Basecamps und quasi auf dem Weg zum Wasserloch. Es kommen zuerst Sachen nach oben, die wir öfters brauchen, wie eben Strom und Nahrung.

Wir rationieren das Essen ein wenig und kochen nach Gewicht. Schnell finden wir heraus, dass 1000g Pasta in keinster Weise reicht! Daher zwingen wir uns anfangs, die zugeteilten Tagesrationen nicht zu überschreiten um unseren Aufenthalt nicht zu verkürzen. Der Anmarsch machte klar, dass keiner wirklich Lust hatte noch einmal runter zum Auto zu laufen, einkaufen zu gehen, den Luxus im Tal zu sehen um sich  dann wieder in der Hitze mit vollem Rucksack den Berg raufzuquälen. Das (Essen einsparen) bedeutete anfangs, dass die anderen hungern mussten (völlig beknackte Sportkletterer-Taktik!), nur ich nicht. Hatte ich doch zu Hause in jahrelanger Leichtarbeit für genügend "Reserven" gesorgt. Gut verteilt um die Hüfte helfen sie mir in diesen Tagen über den Versorgungsengpass hinweg. Dafür fängt schon am dritten Tag die Hose an zu hängen. Zugegebener Maßen hatte ich trotzdem viel ungestillten Hunger, vor allem tagsüber. Wie bereits beschrieben bin ich gewohnt, tagsüber Energiezufuhr zu genießen. Dummerweise war ich stets mit Alex tagsüber unterwegs. Alex ist mit parade-deutschen Tugenden gesegnet, ich sagte ja: dummerweise! Ordnungsliebend, stringent, konsequent und sauber (Brillenträger halt). Jedes Mal, wenn ich nach meinem Mittagsessen heule (halber Müsliriegel) bekomme ich die gleiche Frage gestellt: "Bist du sicher, dass du den jetzt brauchst?" Ja verdammt, guck mich an du verdammter Folterknecht, ich verhunger schon, geh auf dem Zahnfleisch, fall schon ausm Gurt! "Ne, klar, stimmt, die anderen haben ja auch nix! Lass stecken!" Blöd möchte man mal sein!

Abends fallen wir meist nach dem Essen totmüde um... oder gucken noch nen Blockbuster, open air natuerlich!. Ehrlich, es war nicht meine Entscheidung und ich war auch strikt dagegen, aber irgend jemand hat hinter meinem Rücken meinen Laptop (der Firma Apfel, im Sponsoring nicht inbegriffen) entwendet und hinaufgeschmuggelt. Rein Zufällig hatte jemand anders eine 500 Gig-Festplatte voller DvDs dabei, ehrlich echt jetzt, ich meine, warum sollte man da nicht auch mal ne Bildungslücke schließen, wenns schon da is?

Eines Abends erscheint ein Licht am Horizont! Jaja, außer Sternen hat man da nicht viel gesehen, nicht mal Flugzeuge nur Sternschnuppen (Geil was?), vielleicht auch nordamerikanische-topsecret-Weltraummüllverbrennung! Auf jeden Fall kommt diese Karre immer näher und fährt genau neben unser Auto im Tal. Wir mutmaßen schon sonstwas, Partyservice (in unseren Köpfen dreht sich nach wie vor alles nur ums Essen, jaaa AUSNAHMSLOS!), Terroranschlag, Überraschungsbesuch von Freunden, etc. Dann geht plötzlich ein Feuer an. Der erste greift zum Fernglas. Der Jägermeister geht nicht in Flammen auf und haucht sein Leben nach einer Weile in einem großen Feuerball aus! Gut, wir hätten 2000Euro Selbstbeteiligung gehabt. Ne, Südafrikaner grillen eben gern!

Am nächsten Tag steigen zwei Gestalten die Hänge hoch. Großes Kino! Die bringen uns sicher Sahnetörtchen oder auch Vanilleeis mit hoch. Die folgenden zwei Stunden vergehen damit die Typen mit dem Fernglas zu beobachten. Und tatsaechlich, die kommen auch noch genau auf uns zu! Als der erste in Rufweite ist schreie ich ihm entgegen, er solle links bleiben wegen den beschissenen Dornenbüschen, auf Englisch natürlich. Er antwortet etwas und mir schwant komisches... Als er ins Lager kommt bestaetigt sich der Verdacht, Deutsche! Deutsche, das muss man sich mal vorstellen! Da fliegt man zehn stunden von daheim weg, geht in die Wüste, quält sich diesen verdammten verdornten Hang hoch, läuft vor den Schlangen weg und fürchtet sich jeden Morgen vor Skorpionen im Schuh und dann das: Besuch aus Sachsen! Sven und Andreas, Schreiner, aus Windhoek! Nicht aus Deutschland! Ausgewandert! Als Sven die Tüte Haribos aus der Tasche zieht, ist es mir unmöglich meinen gierigen Blick zu verbergen. Sofort bietet er uns welche an. Welch ein Genuß! Mmmmh! Sven ist sofort mein Freund! Alex lehnt ab!!! Er möchte nicht auf den Geschmack kommen! Wie deutsch können Deutsche eigentlich sein? Ich bin Fassungslos und vergesse sogar seine Ration in Anspruch zu nehmen... was soll man da noch sagen.

Als wir an diesem Tag vom Klettern, ähm Arbeiten zuruuck kommen, finden wir eine Tüte Haribos auf unserem Teekessel. DANKE SVEN! (Falls es den Leser interessiert was mit dieser Tüte passiert ist, so verweise ich auf das Video, welches in Kürze an diesert Stelle noch erscheinen wird.)

Die Arbeit an der Route geht voran. Nachdem uns die Risse ausgehen, hooken oder cliffen sich Manu und Jörg die senkrechte  Wand empor und bohren die Haken mit teilweise 10m Runouts! Die Typen sind richtig high vom "aiden". Nur damit das hier auch gebührend rüberkommt, die spinnen die Deutschen! Die Bohrmaschine ist noch nicht mal abgepolstert und wird immer mitgeführt und nicht vom letzten Haken nachgezogen! Hooken tun die nicht nur aus großen Skyhooks sondern oft auch aus dem kleinen "Talon" hook von BD. Der erlaubt hook-placements von wenigen Millimetern Tiefe und Breite. RESPEKT!

Tags darauf bin ich dran. Zum Glück wieder mit nem Riss. Einem 6er Riss! ich scheiß mich also diesen Riss hoch, den man im Übrigen hätte locker gleich frei klettern können. Ich finde gute Stellen fuer die Cams und setz mich auch gleich in jeden rein. Es ist sogar ein winziger C3 Nr 1 dabei, geil der liegt wie ein Klemmkeil und hält! Die Maschine hab ich am Stand gelassen, zu schwer!  Dann ist der Riss plötzlich vorbei und ich stehe vor cliffbarem Gelände. Also lässt mich Alex zum Stand runter um die Maschine und die Cliffs zu holen. Ich klemm die Dinger irgendwo rein. Kleine Schuppen, die zwar meine Finger aushalten, aber mein ganzes Körpergewicht auf einer 2-5mm breiten Belastungskante? In mir reinste Panik. Völlig irrationale Absturzszenarien bahnen sich mit Getöse ihren Weg in mein Bewußtsein. Ich reiße alle bislang gelegten 22,5 Millionen Zwischensicherungen raus, inclusive des Standes, die Kumpels zu Tal, im freien Flug reißt außerdem noch das Seil, unten dann Ketchup, ob ich dabei wohl schreien muss? also beim Fallen, nicht beim Aufschlag, ooooh Scheiße, große Scheiße, ganz große Sch....! Aber irgendwie macht man trotzdem weiter, keine Ahnung wieso, Gruppenzwang, männliches Gockelgehabe, mannoman einmal Mädchen sein dürfen! Die Cliffs halten, jetzt nur noch die Maschine hochkriegen (also die rote Bohrmaschine aus dem ehemaligen Steuerparadies), Fuck, ist der Bohrer lang, wenn die Cliffs jetzt kommen brech ich den zur Hälfte ab flieg ein paar Zentimeter runter und ramme mir das Ding durchs Auge ins Hirn, überlebe knapp bleibe aber blöd bis ans Lebensende. Aber bin ich das nicht jetzt schon mit dem was ich gerade mache? Also weiter, Stift rein, Hammer hoch und reinkloppen, Lasche drauf, Ring und Mutter drauf, Expresse rein und entspannen, wieder atmen, Mutter festziehen. Scheiße, jetzt muss ich schon wieder weiter. Dann passiert was passieren musste. Zwei Meter oberhalb des  letzten Hakens bricht mir der Talon hook aus. Mit einem kurzen Knack verabschiedet sich die verwendete Leiste und nimmt mich mit nach unten. Zum Glück ist die Maschine noch am Gurt und nicht über mir. Die Schnelligkeit mit der alles von statten geht, lässt keine Zeit für reflektierte Panik. Hängend im darunter gebohrten Haken schimpfe ich schreiend nach unten.  Komischerweise tut nichts weh! Bin nur ein wenig am Fels entlang geschrubbelt, sogar die Hose hat nichts abbekommen, habe mir nur ein wenig die Fingernägel abgebrochen und eingerissen... Irgend etwas veranlasst meine Motorik wieder den Weg nach oben anzutreten. Ich fasse es nicht! Was geht? Wie blöd kann man eigentlich werden? Scheiß Gruppenzwang! Ich habe die Nase gestrichen voll. Ich hänge eine kurze Schlinge in den Bohrhaken stehe darin auf, kralle eine kleine Leiste mit links und bohre das nächste Loch hoch über Kopf, ohne scheiß Hooks... Stift... Hammer... Lasche... Mutter... etc. Leiter, aufstehen, Balkonkante, Klimmzug, Mantle, 50cm Sicherheit, Stand, FUCK! Ok fertig, Mama hol mich hier raus!

Einen Tag später stehe ich an gleicher Stelle und freue mich, dass ich heute "nur" sichern muss. Als Alex allerdings loslegt, genau über mich clifft, die Maschine am Gurt, sehe ich diesen langen Bohrer. Und schon wieder fange ich an mich zu fürchten. Nur das dieses Mal nicht ich falle sondern der Blödmann über mir. In mir wächst der Wunsch nach einem Bohrhaken heran, wird größer und platzt viel früher aus mir raus als ich will. Zur Antwort bekomme ich "Jörg hat gesagt wir müssen sparen!" Na Klasse, was muss dieser Depp auch die Hälfte der Bohrhaken zu Hause vergessen? Wegen dem sterbe ich jetzt! Mein Bus geht an meine Schwester! Das geht dann auch noch eine Weile so weiter. Nach ein paar Haken beruhige ich mich etwas. Das Ergebnis laesst sich sehen und fordert großen Respekt, 25 Meter 6 Bohrhaken, hätte ich nie geschafft!The Team: Alex, Manu, Jörg, Till

The Team: Alex, Manu, Jörg, Till

Tags darauf schießt Manu allerdings den Vogel ab. Er macht aus dieser Seillänge eine 55m lange! Er bohrt dabei aus der Kletterstellung(!), auf steiler Reibungsplatte, noch 3 Haken ein (auf 30m)! "Ich war da ganz gut drauf!" Was ein Psycho! Joerg und Manu kommen an diesem Tag noch auf den Gipfel und fügen damit der Tour weitere 2 Seillängen hinzu. Die Letzte hat es nochmals in sich, ein diagonal verlaufender Riss in dem die beiden kleineren von uns mit Handschuh Faustklemmer machen müssen. Der Fels am Ende der Tour ist völlig abgefahren, zerfressen, löchrig, wie Kalk nur rot und aus Granit.

Wir sind damit am Ziel: Hungarob Combination 7c, (7a obli), 11 Sl, 350m, Material: 2 Sätze Camalots bis 4, ein Satz C3s, Cam Nr 5 und 6, extrem abwechslungsreich: steile Platten, senkrechte Wand- und Risskletterei, fucking-bescheuert steile Reibungsplatte, off-width Risse, halbe Kamine...

Ich hoer jetzt besser auf, schaut euch einfach die Fotos an und clickt mal wieder rein, das Video ist in Arbeit.

 

Bilder anklicken (3 von 33)
8. Sl: Alex an kleinen Griffen (noch) in steiler Platte 4. Sl: Manu am 2-Finger-Aufleger zum rettenden Riss Grande Dehydrale
 
 
 
 
 
 
 
 
 
alle Bilder copyrights by Till Kramann

 

ORTOVOX

 

 

 

 

Beschreibung/Topo der Tour Hungarob Combination 7c in englisch als pdf

Topo Hungarob Combination

 

Namibia 3

 

 

 

Update: Topo zu Hungarob Combination 7c, Namibia

Zur kürzlich in Namibia erschlossenen MSL-Route Hungarob Combination an der Orabeswand im Brandberg-Massiv gibt es nun eine Beschreibung/Topo als .pdf-Datei für Interessierte und Wiederholer zum Download. Jede einzelne Seillänge wird bezüglich des benötigten Materials beschrieben und ein Routenverlauf in der Wand ist eingezeichnet.

siehe Anhang im Bericht

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