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Roland in L'ecole buissoniere 7a, Kronthal

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An den Wenden


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Wendenstöcke

Alpines Sportklettern par excellence

 

Über die Wendenstöcke als alpines Sportklettergebiet wurde viel schon geschrieben im Netz und in Büchern. Die zum Klettern aufbereiteten Wendenstöcke gibts nun auch schon seit geraumer Zeit.
Dennoch jedesmal wenn ich wieder dort bin überkommt mich das Gefühl dort was Einzigartiges zu sehen, zu erleben.
Pfaffenhut, Excalibur, Aureus, Reissend Nollend - großartig klingende Namen an den Wendenstöcken. Dort oben sind die Namen aufgereiht - real als steiles Gemäuer in den Himmel.
Um vom Parkplatz auf der Wendenalp unter die Wand zu kommen sind einige Höhenmeter zu bewältigen. Die Alp liegt auf 1600 Metern Höhe, die Einstiege auf ca. 2300m/2400m. Der Aufstieg ist steil und schroffig, Fehltritte sind nicht erlaubt. Bei Regen und Nässe wirds spannender.
In bis zu zwei Stunden sollte der Aufstieg bewältigt sein. Dann gehts los. Die Wand baut sich vor mir auf, meist senkrecht mit auch abdrängenden Abschnitten. Da sind sie dann auch schon die bekannten Wasserrillen im Kalk der Wendenstöcke. Beine weit gespreizt, auf Druck damit die Reibung auch hält, die Arme in Adlermanier die Rillenstege zangend. Drückend und ziehend gehts dann weit gespannt weiter.
Meist sind die Einstiegsseillängen zur jeweiligen Tour gleich recht anspruchsvoll für den Grad. Das kann natürlich täuschen, noch ist man nicht eingeklettert und kalt. Auf alle Fälle darf hingelangt werden.
Die Absicherungen sind verschieden. Von guter alpiner Bohrhaken-Absicherung ohne oder fast ohne mobilen Sicherungsmittel bis richtig spektakulär mit wenigen Bohrhaken, ewig weiten Abständen und schlechten Möglichkeiten mobile Geräte unterzubringen. Anzutreffen sind auch oft Sicherungsschlingen, die durch ein gebohrtes Loch gefädelt, gerne in den Stegen der Wasserrillen, dort meist schon lange hängen und dementsprechend marode sind. Wie die Chancen der Haltbarkeit eines Sturzes sind weiss man nicht. Allerdings wurde wohl in letzter Zeit einiges an Schlingenmaterial saniert und auch durch Bohrhaken ersetzt.

Viele bekannte Einbohrer haben an die Wendenstöcke Hand angelegt. Ganz vorne Kaspar Ochsner der ganze Monate dort oben an der Wand verbrachte. Aber genug andere haben ebenso ihre Touren hinterlassen, wie Piola, die Remys, Fullin .....

Die Kletterei - super, alpiner Kalk vom Feinsten. Gute Reibung, auch mal richtig scharf für die Finger, meist kompakt.
Je höher die Seillängen und je größer die Exponiertheit, desto grandioser die Aussicht. Es geht immer steil nach unten da ganz unten der Punkt da über 1000 Meter tiefer - unser Auto.

Wenn im frühen Herbst - für mich die schönste Zeit dort, ganz unten im Tal noch die Wiesen saftig und grün scheint dann sind gegenüber die Almenwiesen schon leicht braun, oberhalb dann der Sustenpass mit Steingletscher und schon ganz in Weiß das Sustenhorn und die Berge drumherum. Der Blick nach Südwesten geht auf die Gipfel des Berner Oberlands.
Die Wetterbedingungen sollten schon passen. Allein schon wegen Zu- und Abstieg. Die Wenden sind anfällig für unvorhergesehenes Wetter. So kann es sein dass rundherum bestes Wetter ist nur die Wenden sind nicht zu sehen. Plötzliche Nebelschwaden ziehen auch gerne am Nachmittag über die Wände - der Wendennebel.
Doch wenn alles passt, der Abstieg ist vorbei und bist wieder an der Wendenalp - dann war es ein Traumtag und den willst du wieder haben, vielleicht gleich morgen oder .... nächstes Jahr eben.

 

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Anfahrt

Basel - Luzern - Brünigpass - Meiringen - Innertkirchen. Weiter Richtung Sustenpass bis Gadmen. Nach Obermaad gehts links ab zur Wendenalp. Gebührenpflichtige Straße. Übernachten auf dem Parkplatz vor der Wendenalp geduldet. Ansonsten Camping in Gadmen oder Wyler oder gleich ins Hotel.

 

Kletterführer:

Edition Filidor - Schweiz Extrem West -   Kletterführer 

Edition Filidor - Schweiz Extrem West - Kletterführer

Edition Filidor, Ausgabe 2010
Seitenanzahl: 256 Seiten
Sprache: deutsch
Autor: Sandro v. Känel
31,-€

 

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