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Klettern unter der Sonne Nevadas, - die Red Rocks bei Las Vegas

 

 

Sportkletterrouten und steile  Mehrseillängen-Routen, entweder gut gebohrt oder mit Rissen und Verschneidungen die Friends und Keile nur so aufsaugen, auf engstem Raum beisammen, und dies alles noch im gewohnten Sandsteinfels unter der Sonne Nevadas – das ist doch eine Reise wert. Mit über 1700 Routen bieten die Red Rocks genügend Stoff für mehrere Wochen.  Tagsüber weit genug entfernt um nicht zu stören, lockt nachts die glitzernde Skyline aus Casinos und Hotels der Spielerstadt Las Vegas.
Doch während einige bei dem Gedanken an schöne Risslinien gleich schwitzige Finger bekommen und am liebsten gleich ein Flugticket buchen würden, winken andere nur ab: no Bolts – no Fun. Es gibt Beides, gut abgesicherte Sportklettereien und natürlich die typischen selbst abzusichernden amerikanischen Trad-Routen. Trad steht für traditional und ist dem europäischen Alpinklettern gleichzusetzen, mit dem Vorteil der stabilen Sonne Nevadas. Auch wenn in Kletterzeitschriften die Heros  nur in  oberen Schwierigkeiten abgebildet sind, findet der klassische Pfälzer 6er  Kletterer eine Unzahl von schönen Routen für die ein Besuch auf keinen Fall ausreicht. Apropos Bewertung, da lässt es sich ja immer trefflich drüber diskutieren. In den Staaten wird ja das YDS (Yosemite Decimal System) benutzt. Eine 5.10a entspricht ca. einer UIAA 6+. Für die Red Rocks kommt diese Bewertung auch gut hin. Hat man einmal das Einreiseprozedere (Achtung die Spaßtoleranz der Beamten liegt deutlich unter Null und mit Klettern und der dazugehörigen Ausrüstung wissen die Wenigsten was anzufangen) hinter sich gebracht liegen wirklich fast unbegrenzte Möglichkeiten vor Einem. Schnell den (von zu Hause aus gebuchten) Mietwagen abholen und das Abenteuer kann starten.

Das Klettergebiet befindet sich ca. 15 Meilen westlich von Las Vegas (vom Strip immer den Charleston Boulevard gen Westen) und die meisten Sektoren sind im Gebiet der Red Rock Canyon National Conservation Area (http://www.redrockcanyonlv.org).
Der Eintritt in den Park ist kostenpflichtig. Entweder Eintritt pro Tag und Auto oder kostenlos mit dem Nationalpark Pass. Durch den Park führt ein 13 Meilen Scenic-Loop der nur in einer Richtung befahrbar ist und nur bei Tageslicht geöffnet ist. Nach Absprache mit dem Visitor-Center darf man bei den langen Routen auch bis zu 3 Stunden länger im Park bleiben. Da der Sandstein sehr weich ist sollte man nach starkem Regen 24 oder besser 48 Stunden nicht klettern, aber die Red Rocks liegen ja in der Mojave Dessert.

Sportklettern und Bouldern in den Red Rocks

Das Sportklettern konzentriert sich auf die Sektoren um die Calico Hills (außerhalb des Parks), den First und Second Pullout und den Sandstone Quarry. Insgesamt gibt es ca. 150 Routen bis 5.9, ca. 450 Routen im Bereich 5.10 und 5.11 und ca. 150 Routen ab 5.12.  
Sektoren wie The Gallery, Wall of Confusion, Tsunami Wall und Black Corridor sind eine Garantie für schöne Sportklettereien. An heißen Tagen drängelt sich alles im schattigen Sektor Black Corridor. Da wird es auch schon mal voll mit internationalem Sprachgewirr. Das Gelände ist etwas unübersichtlich und die Zugänge zu den einzelnen Sektoren verlaufen manchmal zwischen Wänden und Blöcken auf unterschiedlichen Ebenen, fast wie in einem Irrgarten. Die Kletterei an den bis zu 20 m hohen Wänden an festem rötlich bis schwarzem Sandstein ist durchweg lohnend.
Bouldern kann man an den Kraft Boulders in den Calico Hills, im Windy Canyon, im Black Velvet Canyon und im Oak Creek Canyon.

 

Bilder anklicken (3 von 8)
Sportkletter-Sektoren in den Red Rocks Black Corridor Area Sektor Gallery

Mehrseillängen und Trad-Routen in den Red Rocks

In diesen Routen sind die Stände mehrheitlich gebohrt, in den Platten stecken meist solide Bolts, aber Risse und Verschneidungen müssen selbst abgesichert werden. Die Mehrseillängen und Trad-Routen befinden sich in den meist von West nach Ost verlaufenden Canyons, die entweder über die Scenic-Loop im Park oder im südlichen Bereich von den Straßen außerhalb des Parks zu erreichen sind. Natürlich finden sich in diesen Canyons auch noch diverse 1 -2 Seillängen Routen, die sich lohnen. Hier eine Kurzbeschreibung der der einzelnen Sektoren:

Willow Spring Area (5.5 – 5.12d)
Kurzer Zustieg vom Scenic-Loop, Morgensonne, mehrheitlich Einseillängen Trad-Routen (Keile + Friends).

Icebox Canyon (5.7 – 5.12c)
Ca. 25 min Zustieg vom Scenic-Loop, schattige Westseite für heiße Tage mit dem treffenden Namen Refrigerator Wall, schön zu klettern hier die 2 Seillängen  (2 x 48 m) der „Breakaway 5.10c“ an herrlichen Sandsteinschüppchen, die deutlich mehr halten als man vermutet.

Pine Canyon und Juniper Canyon (5.5 – 5.13a)
Ca. 15 – 25 min  Zustieg vom Scenic-Loop, sonnige (Mescalito Wall, Brass Wall) und schattige Seiten (Dark Shadows Wall). Die „Crimson Chysalis 5.8“ am Cloud Tower ist mit ihren 9 Seillängen eine der besten Trad-Routen in diesem Grad in den Red Rocks. An der Mescalito Wall gibt es schöne Klettereien bis zu 4 Seillängen Die Brass Wall mit ihren Einseillängen Trad-Routen liegt den ganzen Tag in der Sonne und für heiße Tage ist die Dark Shadows Wall mit dem Badepool am Einstieg und dem schwarzen, teilweise glänzendem  Sandstein zu empfehlen.

Oak Creek Canyon und First Creek Canyon (5.7 – 5.12a)
Zugang von der NV 159 außerhalb des Parks, der Zustieg ist zwar eben, dauert aber mindestens 45 Minuten. An der Lotta Ball Wall und der Alcohol Wall im First Canyon gibt es viele schöne Risse und Verschneidungen. Der Oak Creek Canyon bietet viele sehr schöne lange und sonnige Touren. Die Eagle Wall mit dem „Eagle Dance 5.10 AO, 10 Seillängen“ und der „Levitation 29 5.11c, 9 Seillängen“ sind Markenzeichen der Red Rocks. Die „Levitation 29“ wurde erstmals von Lynn Hill Rotpunkt begangen und ist eine der „50 Favorite US Climbs“. Moderater geht es bei den Routen an der Solar Slab Wall zu.

Black Velvet Canyon (5.8 – 5.12)
Zugang von der NV 160 über eine dirt Road ca. 3 Meilen (auch mit MTB machbar), dann ca. 45 Minuten bis zur Black Velvet Wall. Der Black Velvet Canyon bietet die höchste Konzentration an langen und schönen Routen. Da sind die „Frogland 5.8 6 Seillängen“ und die „Ephinephrine 5.9 15 Seillängen“ mit ca. 700 Metern eine der längsten Routen in den Red Rocks. Unbedingt zu empfehlen sind die Routen an der Black Velvet Wall. Ob es nun die Trad-Route „Dream of Wild Turkeys 5.10a“ mit ihren  10 Seillängen in Rissen und Verschneidungen oder die komplett gebohrte herrliche Wandkletterei „Prince of Darkness 5.10c“  ist, alles super Klettermeter.

 

Infos

Beste Zeit
Es findet sich immer ein sonniges oder schattiges Plätzchen, so kann man theoretisch das ganze Jahr in den Red Rocks klettern. Fürs Bouldern trifft dies zumindest auf den Spätherbst bis zum Frühjahr zu. Doch für die langen Routen in den Canyons ist es im Winter zu kalt. Im Sommer (Juni bis August) ist es generell zu heiß. So bleibt der Herbst und das Frühjahr. Doch Ende Mai hatten wir schon Temperaturen von knapp 40°C, anderseits ist zu beachten dass es an den Schattenseiten in den Canyons bei Wind deutlich kühler ist als in der sonnigen flimmernden Ebene.

Kletterführer
Supertopo bietet einen Auswahlführer mit über 100 Routen und vielen zusätzlichen Informationen an.
http://www.supertopo.com/climbingareas/redrocks.html
Jerry Handren Red Rocks climbing guide 2007
http://www.redrocksguidebook.com/index.html
Todd Swain Rock climbing Red Rocks Falcon 2000
http://www.falcon.com/books/rock-climbing-red-rocks-3rd

Boulderführer
Tom Moulin Southern Nevada Bouldering
http://www.snellpress.com/snb/southern-nevada-bouldering-guide-excerpts....
Infos zum Bouldern in Klettern 2-3/12 Seite 146 - 149
Die Führer sind eventuell vor Ort im Red Rock Climbing Center oder im Visitor-Center erhältlich.

Unterkunft
Außer den zahlreichen Hotels in Las Vegas gibt es noch den Red Rock Campground (Plumpsklo, Wasserhahn, Feuer- und Grillstelle, Bänke und teilweise Dächer für 15$ pro Site). Von November bis März an Wochenenden oft überfüllt. http://www.blm.gov/nv/st/en/fo/lvfo/blm_programs/blm_special_areas/red_r...

Ausrüstung und Dusche
Red Rock Climbing Center (Kreuzung Charleston Blvd/Cimmaron Blvd) Kletterladen und mit Kletterhalle nebenan. http://www.redrockclimbingcenter.com/

Ruhetage
Neben der Vergnügungsstadt Las Vegas lädt östlich von Las Vegas der Lake Mead zum baden ein.
http://www.nps.gov/lake/planyourvisit/placestogo.htm
Ca. 55 Meilen nordöstlich von Las Vegas bietet der State Park „Valley of Fire“ einmalige Felsformationen
(http://parks.nv.gov/parks/valley-of-fire-state-park/).

Gute allgemeine Informationen für die Planung und auch für unterwegs vor Ort liefert der Reiseführer von Hans-R. Grundmann "USA der ganze Westen"

USA - Der ganze Westen: Das komplette Handbuch für Reisen zu Nationalparks, Cities und vielen Zielen abseits der Hauptrouten in allen Weststaaten
 

 

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Blick zum Pine Creek Canyon Breakaway an der Refrigerator Wall Riß von Dream of Wild Turkeys