News

  • Begehungen und Neutour
  • Neu: Kletterkalender "Zeit im Griff 2018"
  • Arbeitseinsatz Schriesheimer Steinbruch
  • Neue Außenkletterwand der Kletterhalle Heidelberg
  • noch ne Kombi-Erstbegehung

Bild aus Archiv

Eine 23 an der Fish Wall, Kletterin: Frauke

Neueste Kommentare

 


Klettern in Neuseeland - Südinsel


Newsfeeds dieser Seite einbinden

Klettern in Neuseeland - Südinsel

Von Golden Bay zum Milford Sound

Die Südinsel Neuseelands versprach klettertechnisch vielfältiger zu werden. Die Spots sind bekannter, die Infrastruktur für Kletterer besser. Nach dem Übersetzen von Wellington haben wir erstmal die Schönheit der Landschaft um den Queen Charlotte Sound genossen und waren wandern. Danach sind wir recht direkt, da der Fels schon gerufen hat in die Golden Bay am Nordende der Südinsel gefahren. Dort um das nette, leicht alternative Städtchen Takaka gibt es zwei Sportklettergebiete. Eines davon, drei Kilometer entfernt ist wohl mithin das bekannteste Sportklettergebiet Neuseelands.

Paynes Ford
bietet Kalkkletterei im festen Kalk, sehr oft an wulstigen Auflegern. Da Pressen Trumpf ist werden die Unterarme nicht geschont. Bis auf zwei Dächer spielt sich alles im Senkrechten ab und da es bis in den 31 Grad geht sind die Griffe dementsprechend. Neben der Unterarmkraft ist auch Stehvermögen auf manchmal rutschigen Tritten von Vorteil. Paynes Ford bietet vernünftige Absicherungen mit guten Haken. Die max. Höhe beträgt 30 Meter, die meisten der Routen sind allerdings bei 20 Metern. Es stehen ca. 260 Routen in 23 verschiedenen Sektoren bereit. In den Sektoren Globe Wall und Fish Wall war ich am meisten unterwegs. Schöne lange Routen gibts nach dem Passieren der ersten Sektoren.
Im Klettergebiet wurde schon früh geklettert, dadurch ist der eine oder andere Klassiker abgespeckt, doch im Vergleich zu Arco noch weit entfernt. Die Routen sind schwer bewertet und für den Grad ist nichts geschenkt. Alle Wände sind West ausgerichtet am Nachmittag kommt dann langsam die Sonne. Der Sichernde steht im Schatten da Bäume davor. An heißen Sommertagen ist es dann einen Tick schwerer.
Vor Ort trifft man immer auf Kletterer. Das liegt auch am Campingplatz (Hang Dog Camp) der in fünfminütiger Laufnähe zu den ersten Felsen liegt. Die Kletterszene trifft sich dort, praktisch für alle die alleine unterwegs sind, praktisch überhaupt andere Kletterer zu treffen und dies nicht nur am Fels. In der Hauptsaison (in unserem Winter) ist der Camping voll. 
Hang Dog Campground

Wer will kann sich nach dem Klettern im nahegelegenen Fluß, Takaka River, der unweit der Wand entlangläuft erfrischen. Der ist auch an einigen Stellen so tief das problemlos von den außen liegenden Felsen oder von der Slackline in die Strömung gesprungen werden kann, das Bouldern direkt überm Wasser inklusive. Die Golden Bay ist bekannt für das begünstigte Klima, der viele Regen aus dem Westen wird von dem davor aufragenden Gebirge abgehalten.
Die Schwierigkeiten bewegen sich zwischen dem 12. - max. 31. Grad und der Hauptanteil ist 20 - 24.
Übersicht: Paynes Ford

Pohara
im gleichen Gebiet östlich von Takaka liegt das Klettergebiet von Pohara, dort hat der holländische Kaufmann Abel Tasman 1642 das Nieuw Zeeland für die westl. Zivilisation "entdeckt". Allerdings ohne Landgang, da dies durch ein Mißverständnis mit den einheimischen Maoris und ein daraus entstandenes Scharmützel verhindert wurde. Dort an der Ligar Bay steht jedenfalls ein Denkmal für Tasman und dort liegt auch der Pohara Beach an dem es einiges zu
klettern gibt. Wer mal was anderes sehen will als Paynes Ford macht einen Ausflug hierher. Es gibt viel, viel leichtes im Kalk, gut abgesichert, senkrecht oft an großen Griffen, ständiger Meerblick inklusive. Neben den senkrechten Sektoren gibt es einen überhängenden Sektor an dem sich die dort schwierigsten Routen bis in den Grad 26 befinden. Der obere Teil des Überhangs (2nd pitch) ist nicht ganz fest und das weit ausladende Dach zum Schluss wird nicht beklettert. Allerdings schützt genau dieses vor Regen und auch im Sommer bis ca. 15 Uhr vor Sonne, da die Sektoren alle nach Nord ausgerichtet sind. Die Routenhöhe ist bis max. 30 Meter aber auch hier die Meisten kürzer.  Die meisten Klettereien sind in den oberen 10er Graden, verteilt auf ca.16 Sektoren und ca. 120 Routen.
Übersicht Pohara

Fyfe River Gorge
Nach 2-wöchigem Aufenthalt in der Golden Bay, warm und ohne Sandflies ging es weiter in Richtung Süden an den Owen River. Dort nach einigen Kilometern Piste den Owen River hoch, nicht ohne beinahe ein Schaf mit dem Auto erlegt zu haben, ist der Beginn der Fyfe River Gorge. Ein ebenfalls im Kalk neu eingebohrtes Gebiet mit momentan vier Sektoren. Die ersten beiden Sektoren sind schnell zu erreichen und mit Klettern ist das ein normaler Tagestrip durch die Schlucht den Bach entlang oder immer wieder durch diesen hindurch, nicht bei jedem Wetter zu empfehlen. Diese beiden Sektoren sind allerdings nicht so ergiebig. Der erste der Sektoren besteht aus senkrechter Wandkletterei an kleinen nicht immer festen Leisten. Vielleicht wirds besser wenn der erst mal abgeklettert ist allerdings fraglich ob es jemals stark frequentiert wird. Neben ca. 10 Routen gibts auch ne Mehrsseillänge. Der 2te Sektor ist definitiv schwerer mit einigen wenigen überhängenden Routen. Die nächsten beiden Sektoren die vergleichsweise besser sein sollen haben wir nicht besucht da es einen mehrstündigen Anmarsch durch das Bachbett der Schlucht erfordert und es dann nur mit Biwak machbar ist. Dazu war dann das Wetter zu instabil - mittlerweile hatte es immer wieder geregnet, die Sandflies zu massiv und wir zu bequem.
Das Topo von Ende 2013 dazu sieht gut aus: Topo,  Schwierigkeiten von 20 - 30, Übernachten geht an den gekennzeichneten Plätzen direkt am Wandfuss oder einen Campground am Ende des Owen Rivers zum Haupttal.

 

Bilder anklicken (3 von 13)
Schütteln in der Route Hangdog 23, Paynes Ford, Kletterer: Roland Erfrischung nach dem Klettern Im Sektor Slab, Pohara

 

Charlston
Das Tradgebiet am Meer liegt direkt an der Westküste. Eindrucksvoll den großen Wellen oben vom Stand zu zuschauen, wie die langsam durchs blaugrüne Wasser kommen um direkt am Fels mit 10 Metern hohen Fontänen anzubranden. Eindrucksvoll auch 25 Meter durch die Wand zu queren um dann an der Kante zu stehen 10 Meter darunter die hochschiebende, gurgelnde Brandung. Die meisten der Routen im Gebiet orientieren sich an den
natürlichen Linien im Gneiss - Risse, Verschneidungen - meist gut zum Absichern. Die Sektoren verteilen sich in verschiedenen kleinen Buchten den Coves. Generell sind die Klettereien nicht übermäßig lang und schwer. Der Stand muss oft selbst gebaut werden. Ausnahme sind hier die hohen Sektoren von Wonderwall, Slammer Wall, Cathedral Wall. Dort sind die die ca. 30 Routen bis 35 Meter hoch und am Top nach der Ausstiegskante mit Klebehaken zum Nachsichern oder Abseilen versehen. Die Routen an diesen drei Sektoren sind recht eindrucksvoll und senkrecht. Einige Routen an der Cathedral Wall sind reine Wandkletterei und enden noch in der Wand. Da es hier keine Möglichkeiten gibt etwas zum absichern unterzubringen sind hier einige Bohrhaken gesetzt. Die Schwierigkeiten gehen nicht über den Grad 24. Aber der Grad ist hier nicht leicht und die Sicherungen sind auch erst zu legen.
Die Zustiege sind gut zu finden und je nach Sektor ca. 15 Min. vom Parkplatz in der Constant Bay zu laufen. Hier wurde bis vor kurzem übernachten geduldet, mit Toiletten anbei, geht jetzt aber nicht mehr. An der Durchgangsstraße durch das ehemalige Goldgräberstädtchen Charlston gibt es einen normalen Camping oder vier Km in Richtung Westport gibt es Jacks Gasthof, hier kann sehr günstig auf einem Campground übernachtet werden.
ca. 240 Routen, 16 Sektoren, Zustieg 10 - 20 min. Wir hatten zum Absichern Cams (C4+C3) von 3 - 0 und einen Satz Keile dabei mit dem Material liess sich zumindest in der Cathedral Cove alles machen.
Übersicht: Charlston

Punakaiki River
Diese winzig kleine Gebiet am Fluß auf privatem Gelände (Zugang ohne Probleme) lohnt nur in Verbindung mit einer Wanderung oder wer etwas Entspannung sucht vom vielen Sightseeing an den Lookout Points (nahe den Pancake Rocks).
Vier Sektoren, 18 Routen, Kalk, bis 25 Meter, Grad 13-25.
Geklettert sind wir die zwei überhängenden Routen der Ocean Wall, die trocken waren da es immer wieder regnete. Den Regen hätte ich auch so nicht benötigt da (Access: find the track on the other side of a swampy area) ich ganz schnell bis zu den Knien in der swampy area stand.

Wanaka
Entlang der Westküste gab es dann schon immer viel Wind und auch Regen und zum Teil auch massiv Sandflies mit insgesamt deutlich kühleren Temperaturen. Das änderte sich schlagartig als wir über den kleinen Hast Pass an den Wanaka See kamen. Abgeschirmt durch die umliegenden Berge war dort Sommer und richtig trocken.
Rund um Wanaka gibt es mehrere Klettergebiete mit noch mehr Sektoren. Es sind die ca. 12-15 Km entfernten Gebiete der Hospital Flat, Diamond Lake, Riverside, Roadside und das ca. drei Km von Wanaka-Mitte entfernte Gebiet des Mt. Iron. Weitere Sektoren gibt es auch im oberen Tal des Motukituki Rivers und bei West Wanaka.
Der Gneis ist rauh. Grob eingeteilt gibt es dunkle und helle Bereiche im Fels. In den dunklen Bereichen ist der Gneis fest und krümelt auch nicht. Allerdings sind die dunklen Bereiche eher plattig bis maximal senkrecht an kleinen Kanten. Überhängende Bereiche finden sich meist im hellen Bereich des Gneiss.
Durch die geschützte Lage von Wanaka bei viel Sonnenschein kann hier auch in der kälteren Saison geklettert werden. im Sommer sind die Nord ausgerichteten Sektoren zu warm.

Hospital Flat
Flacher Talkessel an dessen Rändern sich die einzelnen Sektoren reihen. Viele einzelne Blöcke (z.b. Tombstone), teilweise nicht sonderlich hoch. Die Kletterei meist im hellen Bereich des Gneiss, teilweise abdrängend. Oft schuppt der äußere Fels etwas ab und auf den Fingern fühlt sich es dann mehlig an. Generell ist der Fels trotzdem fest. Lange Routen von 35 Metern sind oft als zwei SL eingerichtet wie im Sektor Little Big Wall.
ca. 12 Sektoren bis in den Grad 28

Diamond Lake
Die Sektoren in nördl. Richtung oberhalb der Hospital Flat und des kleinen Sees ist die Diamond Lake Area. Die Sektoren sind Süd ausgerichtet und somit lange im Schatten und teilweise auch windgeschützt. Die Routen sind plattig bis senkrecht auf meist an der Oberfläche dunklem Fels und lang, teilweise 35m +. Ebenfalls einige Sektoren (?)

Riverside
Schön gelegen am Motatapu River befinden sich hier einige abdrängende Bereiche. Klettereien an kleinen Kanten bis unter ein Abschlussdach und dieses dann henkelig heraus.
Davor gibts noch einen Sektor mit leichten Routen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Baches ist ein kleiner Sektor mit kurzen, knackigen überhängenden Routen, lange nass aber auch lange im Schatten. Der Hauptsektor ist im Sommer erst ab 15 Uhr im Schatten. Wem die Sonne zu sehr brennt kann sich am Bach abkühlen dort gibt es eine wunderbare Badestelle und auch die kleine sich anschließende Schlucht kann erkundet werden.
Schwierigkeiten bis ca. 30

Mt. Iron
Der zwischen Wanaka und Alberton gelegene Mt. Iron, ein langgezogener Hügel ist jeden Morgen die Anlaufstelle einer Vielzahl von Joggern und Spaziergänger aus Wanaka. Direkt oberhalb der letzten Häuser des Neubaugebiets von Wanaka gelegen befinden sich die drei Sektoren, Sektoren Ironside, Middle Curtain, Iron Curtain, die es lohnt zu klettern. Eine der wenigen Bereiche die auch im Regen kletterbar sind. Im unteren Sektor sind die Routen noch kurz bei ca. 15 Meter und senkrecht bis leicht abdrängend. In den beiden darüberliegenden Sektoren werden die Routen länger und abdrängender. Bis 40 Meter hoch mit Zwischenständen. Das Wanaka Heimgebiet ist gut mit Bohrhaken ausgestattet. Ca. 35 Routen mit Schwierigkeiten bis zu 29.
Übernachten: Städt. Campground Alberton 

 

Bilder anklicken (3 von 30)
Trad Climbing in Charlston Boulder am Strand der   Westküste Sektor Little   Big Wall, Hospital Flat, Wanaka

 

Cleddau Valley
Von Wanaka aus machten wir uns auf den langen Weg in Richtung Milford Sound. Bekannt wegen seiner Schönheit ist es der einzige Fjord im großen wenig berührten Südwesten der Insel, der mit dem Auto erreichbar ist.  Einige Kilometer vor dem Milford Sound beginnt in in nordwestl. Richtung der Gebirgszug der Darrans. Die Darrans, schroff und wild, begehrtes alpines Ziel. Um zu den MSL mit Bohrhaken oder auch clean, zu gelangen braucht es einiges an Ausrüstung (Eis und Biwak). Dies hatten wir nicht zur Hand (ein bischen auch leider). Wir begnügten uns dann mit einem Halbtagesausflug.

Allerdings gibt es auch leicht zu erreichende Sportklettereien im Diorit (ein Tiefengestein wie auch Granit) die unser Ziel waren.
Fährt man an den Darrans entlang Richtung Sound so fängt nach dem Homer Tunnel das Cleddau Valley an. Wenige Kilometer weiter sind mehrere überhängende Felsriegel im Diorit von der Straße aus zu sehen. Es sind die Riegel von The Chasm, Babylon (große orange Wand) und Little Babylon.
The Chasm erste Routen eingerichtet 1993 eher als technische Klettereien wurde später von den Erstbegehern (Paul Rogers und andere aus Wanaka) durch das Setzen von genügend Bohrhaken als Sportklettergebiet eingerichtet. Da alle Gebiete überhängend, wussten wir, daß es auch nach starken Regenfällen trocken bleibt, und wir kamen nach einem Tag mit starkem Niederschlag. Also 20 Minuten zum The Chasm hochgelaufen durch Unterholz, Rinnsale, Schlamm - ja die Wand war abgesehen von den ersten  fünf leichten Metern trocken. Allerdings gab es nach den Niederschlägen auf gesamter Wandbreite ein beinahe durchgehender Wasserfall der von der letzten oberen Dachkante kam. Also wir durch den Fall in den trockenen Bereich - nass - aber komplett, umgedreht nochmal durch und zurück zum Auto, obwohl dieses Ereignis man laut Kletterführer sich auf keinen Fall entgehen lassen soll..... ?
ca. 35 Routen von 18 - 27

Eine Stunde später, wieder trocken, neuer Versuch zum Babylon Crag, dort ähnliche Bedingungen. Also weiter, oberhalb des Babylon Sektors gibt es noch den Little Babylon Sektor. Hier gehts erstmal noch steil nach oben, Wurzelkletterei im steilen, dichten Regenwald. Dann lichtet sich der Wald und vor uns der Sektor trocken kein Wasserfall. Der überhängende Diorit, eindrucksvoll, super, mithin das Beste in Neuseeland.
Die Kletterei
Leichte Klettereien gibts im Little Babylon Sektor nicht. Im stark überhängenden Bereich sind die Griffe groß, teils henkelig, allerdings reduziert sich dies mit zunehmender Schwere. Ansonsten gibts griffige Aufleger und Leisten. Meist gibts in den Routen noch ein Zwischenstand. Ab dort nach oben wirds anstrengender.
38 Routen von 21- ca. 35 (noch Projekte ca. 9a)

Im Gegensatz zu Little Babylon ist der Diorit darunter im Sektor Babylon überhaupt nicht griffig zum Teil eher glatt und mehr gewöhnungsbedürftig. Zwei Bereiche sind zu unterscheiden. Der rechte Teil ist eine hohe, glatte, leicht abdrängende Wand, einfach nur kleine Leisten pressen, an der es unter 27 nichts zu holen gibt und es mithin die schwersten Routen in Neuseeland gibt. Der Linke Teil ist überhängender aber auch gestufter. Hier gibts auch mal
größere Griffe, Risse und Verschneidungen. Insgesamt ist der Fels aber kompakt und die Möglichkeiten der eigenen Absicherung sind gering, vielleicht ein Grund weswegen Babylon erst 2002 die erste Route bekam.
Am Beginn des Wandbereichs stehen und sichern ist meist unbequem, viel Baum und Gebüsch. Hier ist es besser ein paar Meter hoch zu klettern. Dort hat es ein Band. Viele der Routen haben eine Verlängerung bis zu vier Seillängen. Die ersten beiden SL kann mit einem 70 - 80 Meter Seil gut verbinden.
Generell kann hier im kristallinen Gestein wieder mal das ganze Bewegungsrepertoire abgerufen werden.
45 Routen von 16 - 32 und Projekte
Übersicht

Übernachten: Da wildes Campen eigentlich nicht geht, das Cleddau Valley sehr eng ist bietet sich die Homer Hütte vom Neuseeländischen Alpenverein  an. Einige wenige Kilometer zurück gleich nach dem Tunnel. Ansonsten gibt es am Milford Sound Möglichkeiten allerdings nicht kostengünstig. Ca. 30 - 40 Kilometer zurück gibt es mehrere billige DOC Campingplätze.

Wye Creek
Queenstown ist die adrenaline Hauptstadt Neuseelands. Wer den direkten Adrenalinkick benötigt kann sich den dort holen, auch mehrmals. Speedboat, Bungeejumping und mehr wird angeboten. Queenstown liegt am Lake Wakatipu. Rund um die Kleinstadt gibt es Sportklettereien. Im Topo waren die nicht wirklich überzeugend und auf Empfehlung sind wir dann ca. 20 Kilometer südlich zum Wye Creek. Ein Klettergebiet im Gneis in einem kleinen, steilen Tal
direkt oberhalb des Sees dass sich am Rande der Remarkables in die Berge zieht.
Je nach Sektor sind 20 - 35 Minuten ab Parkplatz zu laufen. Die Sektoren finden sich beiderseits des Tälchens. Während die linke Talseite (orographisch rechts - true right) - südausgerichtet im Schatten bleibt, kann es auf der rechten Talseite (Nord) zumindest im Sommer recht warm werden. Die Sonne brennt hier recht intensiv, das ist im Winter von Vorteil. Auch hier gibt es wieder die dunklen und hellen Bereiche. Der Fels ist bis auf wenige Ausnahmen
fest. Der Gneis ist mit skurillen, adrigen strukturen durchzogen. Die der Erosion widerstandsfähigeren Adern sind teilweise heraus präpariert und in weiten Bereichen die Griffe. Dies gilt auch für die hohe Wand auf der rechten Talseite. Diese Wand, Sektor Harolds Wall ist bis zu 50 Meter hoch, allerdings geteilt durch ein Band das für ordentlich Seilzug sorgt geht man die 50 Meter in einem durch. Generell sind auf der rechten Talseite die Routen länger und die
Schwierigkeiten gehen bis ca. 27. Die Bewegungen sind interessant und nicht gleich ersichtlich. Auf der linken Talseite, der Nordseite sind mehr schwere Routen zu finden, dafür meist auch kürzer (Ausnahme. Project Wall) und überhängender. Im Sektor Eweniverse Wall gibts ein Dach, über dieses zu Bouldern ist die eigentliche Schwierigkeit der Tour. Wer Einzelstellen mag ist dort richtig.
Wye Creek ca. 18 Sektoren, bis 50 Meter, 15 - ca. 31, mehr als 150 Routen
Das Ambiente ist großartig, Blick auf den See und die Eyre Mountains. Eines der besseren Gebiete in Neuseeland. Wir waren dann insgesamt sieben Tage dort. Wenn man nicht immer nach Queenstown auf einen Camping fahren mag dann gibt es am See an der Mündung des Wye Creek einen kleinen Strand an dem geduldet wird das Kletterer oder auch Angler übernachten.

Mt. Cook / Sebastapol Bluffs
Vorbei an großen, blauen Seen, vorbei an breite mit Schotter bedeckte Flußtäler, 50 Kilometer hinter dem letzten Ort zum Mt. Cook National Park und dem Mt. Cook Village.
Wenn einem der Weg nicht zu lange ist und ohnehin dort gewesen sein will oder gleich richtige alpine Touren unternimmt, nur dann lohnt es sich auch einen Blick ins dortige Sportklettergebiet zu gehen. Sebastopol Bluffs unterhalb des Mt. Sebastopol kurz vor Mt. Cook Village heisst das MSL Sportklettergebiet dort.
Geklettert wird dort wohl schon seit der Erschließung der Südalpen als Übungsgelände. Es gibt viele gebohrte Routen die teilweise auch selbst noch zusätzlich zu sichern sind. Die Schwierigkeiten gehen bis 23 aber gefühlt doch schon solide 8 und das ganze auf Platte. Es gibt viele leichte MSL. Das Gestein ist Grauwacke und hat eine rote Farbe. Anfänglich ist der eher glatten oberfläche nicht zu trauen, hält aber dann trotzdem. Alpine Aspiranten können sich  durch völligen Trad neben teils gebohrten Routen im grünen Riss hochmachen und dabei durchaus einige Felsbrocken abwerfen.
Wem das alles nicht überzeugend klingt dem bleibt nur noch das Ambiente. Alleine deswegen lohnt es schon.

Topo: Sebastapol Bluffs Rock climbing Guide 2012, sieben Sektoren, ca. 70 Routen, davon viele MSL, 13 - 24.
Übernachten: Mount Cook Village, White Horse Hill Camp (DOC Camping), Unwin Lodge (ausgebaute Hütte vom NZ Alpin Club) 500 Meter von den Bluffs entfernt.

Castle Hill
...auf der zentralen Südinsel ist bekannt als DER Boulderspot in Neuseeland.
Nun ja hm ist wohl so. Interessehalber kamen wir hierher zum weltweit ersten kombinierten Boulderwettbewerb. Veranstaltet durch den NZ Alpin Club wurde hier ein Biathlon von Bouldern und Orientierungslauf veranstaltet. Na ein netter Event.
Die wie hingewürfelten, braunen Kalkblöcke auf braunem Feld hatten schon früh Kletterer angezogen. Lange bevor an den kleineren Blöcken die Boulderer Einzug hielten wurde an den hohen Blöcken geklettert. Ein klassisches Klettergebiet. Angeblich das schwerst bewertete Klettergebiet im Lande - ist wohl so.
Der Kalk ist glatt, senkrecht und kompakt. Hier und da ein Löchlein aber sonst eben glatt. Routen im umgerechnet 10.UIAA Grad die so gut wie keine Begehung haben. Begnadet der, der dort stehen kann, der Fels ist eine Herausforderung. Die Absicherung, eher grausam. Neben den oft weiten Abständen sehen die Bolts auch nicht solide aus. Die sehen aus wie Schlossschrauben aus dem Baumarkt die in ein Loch gedengelt, mit einem Kettenglied eingeklemmt zwischen Loch und Bolt. Wenn die Coach Bolts kein Kettenglied besitzen dann passt auch kein selbst übergezogener Hanger (Plättchen) drüber. Dann hilft nur den Draht drüber zuziehen, also den Klemmkeil. Was'n großer Spaß.
Ansonsten ist die Landschaft von Castle Hill und drumherum (Flock Hill) mit den Kalkblöcken großartig und bizarr. Auch Peter Jackson hat hier seine Kamera gezückt.
Mehr als 200 Kletterrouten zwischen 15 - 32 warten hier auf Wiederholer und unendlich viele Boulderprobleme.
Übernachten: In der Nähe Richtung Arthurs Pass gibt es einen kleinen günstigen Camping (DOC Campground).

Bei Castle Hill gibt es einen Cave Stream. Es macht Spaß in den unterirdischen Strom zu laufen, dem man ca. 30 - 45 Minuten mit bizarren ausgeschliffenen Strukturen, beleuchtet durch Stirnlampen, durch ein Höhlensystem im Kalk folgt um wieder ans Tageslicht zu kommen. Es ist nass und kalt aber unbedingt zu empfehlen, selbstverständlich nur bei gutem Wetter.
Übersicht

Christchurch
Südöstlich von Christchurch zwischen den Vororten Sumner und Lyttelton ziehen sich die grasigen Hügel der Port Hills entlang. Insgesamt gibt/gab es hier etwa 1400 Kletterrouten an vielen verschiedenen Sektoren bzw. eigenständigen Gebieten. Doch ist momentan die Kletterei generell noch mit Vorsicht zu genießen. Das große Erdbeben von 2011 hat viele Sektoren instabil gemacht oder sie sind gar nicht mehr vorhanden. Nur wenige Sektoren lassen sich momentan sicher beklettern. Ein Sektor ist The Cave im Barnett Park. Kurz vor Sumner gelegen am Rande eines Tälchens ist diese Basalthöhle wohl mithin eines der schwersten Gebiete in Neuseeland. Es ist das steilste Gebiet dort - also nur Dach. Die Schwierigkeiten starten bei 25 und enden bei 34.
Von den insgesamt 26 Routen sind die meisten equipt mit festen Exen. Sommer sollte hier die beste Zeit für die Höhle sein, da trockener. Aber wir hatten Pech und es regnete in Strömen so dass auch das Wasser in die Höhle drückte. Wir standen trocken (in der Höhle) aber der Fels war komplett nass.
Schade. Wir haben dann noch einige Tage in den Port Hills verbracht und besuchten noch die Sportklettersektoren von Britten Crag und die Jane Fonda Workout Wall.
Die Jane Fonda Wall liegt recht eindrucksvoll oberhalb der Hafeneinfahrt von Lyttelton, ein kurzer steiler Abstieg bis man an der Wand ist. Die Wand wurde auch in Mitleidenschaft gezogen ist aber offiziell wieder bekletterbar seit April 2013. 32 Routen vom Grad 14 - 27 und bis zu 35 Meter hoch.
Einige Routen gibts nicht mehr (gone) oder wurden umgebohrt.
Der Britten Crag liegt am Mt. Pleasant und ist, wie ich später gelesen habe noch offiziell gesperrt. Von den ca. 265 Routen sind 90% noch intakt. In zwei Sektoren ist dafür die Ausfallquote höher und ein Pfeiler ist komplett zusammengestürzt. Bedenkt man, dass das Epizentrum eigentlich genau dort war ist viel erhalten geblieben. Der Crag besteht aus kurzen Routen in 17 Sektoren die meisten mit Haken versehen. 

 

Bilder anklicken (3 von 39)
Cleddau Valley Route 28?, Sektor Project Wall, Wye Creek, Kletterer: Tristan Mt. Cook/Aoraki

 

 

Karte der Klettergebiete:

 

siehe auch Beitrag zur Nordinsel dort auch Informationen zu Übernachten generell, Reisezeit, Essen und Trinken.

 

Links:
http://climbnz.org.nz/nz/si - Datenbank Südinsel mit einer Aufführung von verfügbaren Topos
Jacks Gasthof - Übernachten bei Charlston