News

  • B-W Jugendcup Bouldern, Heilbronn Kletterarena, 10. Mai 2014
  • Kletterunfall im Schriesheimer Steinbruch (20.04.14)
  • Boulder-Island, Mannheim, Eröffnung, Sa. 19.04.
  • Kletterunfall im Steinbruch Heubach (05.04.2014)
  • Heilbronner Bouldernacht Finale und Teilnehmer aus HD

Bild aus Archiv

Anna und Nils

Neueste Kommentare


Newsfeeds dieser Seite einbinden

Spanien/Katalonien

Sightseeing zu Kletterspots im spanischen Katalonien

 

Spanien sollte es diesmal sein - zwei Wochen Zeit sind nicht lang und Spanien weit, aber da es diesmal schon einmal ins Wasser fiel.....
Mit dem Auto mitten durch Frankreich mit Kletterstop in der Gorge du Tarn. Über die Pyrenäen durch Andorra Richtung Lleida. Bald nach Passieren der Grenze kommen wir zum ersten in unserem Guide enthaltenen Spot - Tres Ponts.

Die Hauptwand von Tres Ponts Durch die Verlegung der Straße in einen Tunnel ist das Gebiet dicht an der Straße aber dennoch ruhig bis auf den rauschenden Fluß El Segre, der durch die Schlucht schießt. Tres Ponts ist für die Spanier ein Sommerklettergebiet. Ab ca. 13 Uhr im Schatten, Wind geht durch die Schlucht. Die Routen sind lang senkrecht und überhängend, die Kletterei vorwiegend athletisch, der Fels ist super, viele Schuppen und Untergriffe.
Im nahen Ort Organya kann auf dem Camping in Hütten oder Zelt übernachtet werden. Der Ort ist auch Anlaufstelle für Gleitschirmflieger.

Dann gerade einige Kilometer weiter liegt Oliana einer bezüglich Schwierigkeitsklettern der Hotspots zur Zeit. Kalkwände ragen 600 Meter in die Höhe. Unterhalb der Sektor Contrafort de Rumbau der dagegen eher klein wirkt. Doch an diesem brachialen von Ferne strukturlos aussehenden bis 50 Meter hohen Riesenbauch befindet sich eine hohe Dichte von Routen über 8b. Da nach Süden ausgerichtet und die ersten Routen ab ca. 18 Uhr in den Schatten kommen haben wir darauf verzichtet dort zu klettern ;-) , naja dort macht das Klettern eh erst ab 8a+ so richtig Spaß.
Oliana ist ein Winter bzw. Klettergebiet für den Frühling. Genauso verhält es sich mit dem ca. 8 Km nördlich von Oliana gelegenen Sektor L'Obaga Negra. Auch dieser leichte Sektor ist Süd ausgerichtet und im Sommer nicht bekletterbar.
Über den Coll de Boixols durch landschaftlich super Ambiente gings dann Richtung Westen nach Terradets.

Sektor Paret de les BruixesEingebettet zwischen Stausee, E-Werk und Straße liegen die Klettergebiete am Hang. Vielleicht könnte das Ambiente besser sein aber die Kletterei ist Bestens. 30 - 40 Meter, leicht abdrängend, Sinterkletterei vom besten. Ein Besuch dort fürs Klettern über 7a lohnt sich allemal. Leider kommt am Nachmittag die Sonne in den Sektor Paret de les Bruixes, in dem sich eine Route im Bereich 7c/8a an die nächste reiht. Der Tufa behangene Sektor zählt zu den besten in dieser Art von Kletterei den Europa zu bieten hat. Die Nord ausgeríchteten Sektoren Regina und La Pizarra bieten ebenfalls gute Tufa Kletterei, also auch Sommer tauglich. Im Sektor Regina beginnt die Kletterei bei 7c. Allerdings gibt es in Terradets auch noch jede Menge Mehrseillängen Routen an kompaktem, grauen Kalk wie in den Sektoren Paret de les Bagasses und Roca Regina. Wenn es im Sommer zu heiß wird gibts anbei einen See.

Schlucht von CamarasaEtwa 25 Kilometer weiter südlich von Terradets liegt dann das Gebiet Camarasa, ein für spanische Verhältnisse mit über 20 Jahren Entstehung eher altes Sportklettergebiet. Vielleicht ist dies auf die Nähe zu Lleida zurück zu führen. Die Kletterei ist größtenteils senkrecht und technisch anspruchsvoll. Von unten betrachtet sehen die Felsriegel oft schwerer aus wie sie sind. Die ca. 8 Sektoren sind West oder Nordwest in einer Schlucht des El Segre ausgerichtet. Es kann auch hier in der heißen Jahreszeit im Schatten geklettert werden. Im Winter ist es eher zu kalt. An der Einfahrt zur Schlucht und zum Central Hidroelectrica gibt es ein dickes Verbotsschild, doch das stört wohl niemanden und selbst das Übernachten im Auto ist kein Problem. Im Sektor Marcant Estil mit relativ kurzen zumeist einfachen Routen kann vom Auto aus gesichert werden. Der Sektor hat dadurch eine große Popularität insbesondere am Wochenende.
Persönlich hat mich die Kletterei dort nicht überzeugt. An den gängigen (meistbesuchten) Sektoren ist die Kletterei an manchmal abgespeckten kleinem Fieselzeug im Senkrechten vorherrschend. Trotz des netten Ambientes ist es aber für mich kein Gebiet weswegen ich nach Spanien fahren muß.

Das Klettergebiet Os de BalaguerEbenso erging es mir im nächsten Gebiet Os de Balaguer. Klein, fein in einer Schlucht gelegen und wechselweise Schatten. Die Kletterei mit nach unten geschichtetem Kalk hat mich eher ans Basler Jura erinnert.

Das zur Zeit wohl angesagteste Klettergebiet in den oberen Graden Santa Linya ließen wir aus da alle Sektoren auch die für Normalkletterer nach Süden ausgerichtet sind. In den letzten Jahren gab es immer wieder neue Erschliessungen im absoluten Spitzenbereich in der Gran Cova von Santa Linya. Die Besten des Sports testen ihr Können auf dieser Spielwiese.

MargalefNach einer längeren Fahrt über Lleida erreichten wir dann die Sierra de Montsant, nach Margalef.
Margalef kleiner, beschaulicher Ort mit einem Hotel und einem Refugio auch eines der angesagten Klettergebiete der letzten Jahre. Das Ambiente mitten in der Sierra ist toll. Das Auge klettert mit. Der Fels ein Kalkkonglomerat ist bauchig und liegt oft in "Wellen" übereinander. Vorrangig gibts steile und steilste Lochklettereien. Margalef hat für jeden Grad etwas zu bieten. Kurze und lange Routen, Hard- und Softmover haben den gleichen Spaß. Persönlich als ausgesprochener gerne Sinterkletterer ist mir das überhängende Lochgeplänkel nicht ganz reingelaufen. Vielleicht wars auch zu warm.
Noch wird es geduldet das wild gecampt wird. Ein großer Platz mit Grillplätzen direkt unterhalb des Stausees lädt auch förmlich dazu ein, doch es gibt keine sanitäre Anlagen. In dem schmalen Tal, auf trockenem, hartem Boden führt das, selbst jetzt in der heißeren Jahreszeit unweigerlich dazu daß die ganze Gegend verkackt ist. .....und mancher Kletterer hat noch seinen Hund dabei. In dieser Intensität hatte ich es bisher noch in keinem Klettergebiet erlebt. Im Nachhinein wundern mich die vielen Fliegen die es gab nicht mehr.....
Doch nichtsdestotrotz Margalef ist schön und es lohnt sich ein Besuch.

Sektoren unterhalb von SiuranaDie letzte Station unseres Aufenthaltes war dann Siurana ca. 30 km entfernt in der Sierra des Prades. Das namensgebende kleine Örtchen Siurana, letzte Bastion der Mauren in Katalonien sitzt wie ein Adlerhorst am Ende einer Klippe und zu allen Seiten gehts abwärts. Die Klettersektoren gibts darunter, gegenüber und dahinter. Über 60 Sektoren mit mehr als 1200 Routen. Dort ist für jeden etwas dabei, auch wenn die Bewertung nicht leicht ist. Alle Variationen des Kalks kann das Gebiet bieten, lange und kurze Routen, ultrahart bis leicht, Schatten und Sonne. Siurana mit dem unter dem Kalk liegenden Buntsandstein ist kein neues Klettergebiet. Es ist mithin das Klettergebiet in Katalonien, alt aber dennoch aktuell. Die Schwierigkeiten werden auch in Siurana immer weiter nach oben gedrückt, Jahr für Jahr kommen neue Routen dazu, das zeigt auch der aktuelle Kletterführer vom November 2010 der im Bäckereicafe von Cornudella ausliegt und in vielen Sektoren schon wieder einen handgezeichneten Zuwachs erfahren hat und ein Ende ist wohl nicht in Sicht.
Siurana ist eher ein Klettergebiet für Frühling und Herbst, im Winter gehts auch kann aber auch empfindlich kalt sein, im Sommer ist es zu warm die Auswahl reduziert sich auf die schattigen Sektoren. Klettern dann eher morgens und abends.
Übernachten kann man in Siurana im Refugio oder auf dem Campingplatz von Toni Arbonés, dort gibts auch Bungalows oder in einer Ferienwohnung in Cornudella de Montsant. In dem eigentlichen dortigen Hauptort für Kletterer gibts auch kleine Supermärkte, Sportshop, Restaurants und Bars.
.....Gorge du Tarnund auf dem Rückweg gings nochmal in den Tarn für einen Tag das verkürzt die lange Autofahrt.

 

Allgemein

Anfahrt
Mit dem Flugzeug nach Barcelona oder mit Ryan Air nach Reus, dann ein Mietauto. Oder mit dem eigenen Auto über Frankreich ca. 1400 Kilometer.

Beste Zeit
Je nach Gebiet. Meist Frühling und Herbst, viele Süd ausgerichtete Sektoren auch im Winter. Höher gelegene Gebiete eher nicht im Winter. Bedingt Hochsommer tauglich sind Gebiete mit Schattensektoren.

Unterkünfte
Camping in der Nähe und Pensionen gibt es praktisch überall.

Essen und Trinken
Sollte kein Problem darstellen. In den kleineren Orten gibt es keine großen Supermärkte, aber ein kleines Lebensmittelgeschäft gibts immer, ansonsten Essen gehen, Tapas, Wein....

Sonstiges
Biken und wandern geht auch aber mit einigen 10.000 Routen gibts soviel das man klettern eh nicht lassen kann.

Karte der Klettergebiete in Katalonien

 

Führer

Lleida Climbs

Verlag: Pod Climbing, 2010
Autor: Peter O'Donovan, Daniel Jimenez
Seitenzahl: 336
Sprache: Englisch, Spanisch

 

Bergfreunde.de

 supercrac-salvatge-oest-de-catalunya

Verlag: Supercrac, Auflage 2006
Autor: Joseph M Casals, Jordi Masia, Albert Cortes, Luis Alfonso, Xavier Buxo
Seitenzahl: 148
Sprache: Spanisch, Französisch, Englisch

 

Bergfreunde.de

 Montsant

Verlag: Supercrac, Auflage 2009
Autor: Xavier Buxo, Luis Alfonso
Seitenzahl: 216
Sprache: Spanisch, Französisch, Englisch

 

Bergfreunde.de

 Topo Siurana Siurana
Seitenzahl: 264
Sprache: Spanisch / Katalanisch / Englisch
Auflage 11/2010

 

mehr Links

Nette Kletterbilder von Siurana, Margalef und Montsant bei pfalz-klettern.de

Informationen über die Gebiete  Siurana, Margalef, Montsant und mehr bei Topoguide.de Ausgabe 02/2011

cornudella.web alles um Cornudella