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Sektor Pineta

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An der Kraftwerkwand


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Klettern am Voralpsee, Bürs und an der Kraftwerkwand

 

Eigentlich hätte es ein Kletterbesuch im Dreiländereck werden sollen aber die hohen Temperaturen trieben uns dann eher in den Schatten gleich hinter die Grenze.

Bürs
Bürs war das erste Ziel. Bürs gegenüber Bludenz in Vorarlberg.
Das Bürser Klettergebiet, einem breiten Publikum bekannt seit der cleanen Begehung von "Prinzip Hoffnung (10/10+, E9-10)" durch Beat Kammerlander auf der "Bürser Platte". In der Tat die Platte ist eindrucksvoll und hoch und die konkrete Utopie von Prinzip Hoffnung nur für wenige Kletterer zu realisieren. Die Platte ist der erste Sektor der zu sehen ist, praktisch noch mitten im Ort. Süd ausgerichtet ist es an warmen Tagen nicht unbedingt ein Vergnügen dort zu stehen. Alle anderen Sektoren nordwestlich ausgerichtet sind auf der anderen Seite der engen Bürser Schlucht am Bach Alvier gelegen, am Ortsende von Bürs zu finden und somit kühl. Deshalb ist es auch ein Sommergebiet. Dank dem teilweise stark überhängendem Fels lässt sich in einigen Sektoren auch bei Regen klettern.
Zu den Sektoren sind wir dann in fünf Minuten hochgelaufen. Die ersten Linien die direkt ins Auge fallen sind überhängende Routen am Sektor Bürser Verschneidung. Recht eindrücklich erfordern die eine gehörige Portion Kraftausdauer und Maximalkraft. Dennoch sind einige der Routen recht frequentiert. Als erstes gings dann zum Einklettern und um sich an den Fels zu gewöhnen in den Sektor Große Wand, dort gibts einiges im 6b Bereich. Der Fels ist Konglomerat und entsprechend, weil man dass ja nicht kennt gewöhnungsbedürftig. Die gerundeten Steine im Konglomerat sind wenig sortiert. Es gibt alle Größen. Die Griffe sind teilweise glatt an den vorstehenden Steinen oder an den abschüssigen Schalen in denen sich genau diese Steine einst befunden haben, teilweise auch gut griffig in Form von Taschen bis zu Fingerlöchern. Der Mix macht die Kletterei Interessant. Die Routen sind oft lang bis ca. 30 Meter. Teilweise geht noch eine Extension weiter bis ca. 40 Metern. Die Kletterei ist senkrecht bis bis ca. 30 Grad überhängend (ohne Sitzstarts) im Bereich 5 - 8c+, also eine große Bandbreite.
Ein Besuch lohnt auf alle Fälle, die Kletterei macht Spaß ....und im Sommer gehts dann zur Erfrischung noch an den nahe Bach.

Übernachtung auf Campingplätzen in Bürs oder Bürserberg

 

Voralpsee
Von Bürs aus in 40 minütiger Fahrt an den Voralpsee in der Schweiz. Mir bis jetzt ein völlig unbekanntes Gebiet habe ich bisher doch nur ein Bild davon gesehen. Eine Bekanntheit hat das Gebiet durch die freesolo Begehung von Mordillo 8a+ durch Beat Kammerlander oder durch Speed 8c+ (F.A. Beat Kammerlander 1995), Extension: Speed Intégrale" 9a (FA: Cedric Lachat). Das Gebiet wurde Anfang der 90 Jahre entdeckt und die ersten Routen entstanden.
Der Voralpsee auf 1200 Höhenmeter gelegen, die Wand nordwestlich ausgerichtet verspricht etwas kühler zu sein an diesen heißen Tagen. Der Parkplatz an der Alm (Ticket lösen nicht vergessen) ist voll. 25 Minuten zu Fuss sind es ab Parkplatz. Wir ahnen das Schlimmste. Die Wand hat nur ca. 15 Routen.
Die Wand ist leicht überhängend und mit einem 70 Meter Seil ist man auf der sicheren Seite. Die Wand ist beindruckend und kompakt. Es sieht erstmal sehr strukturlos aus. Großstrukturen wie Risse, Bänke und Bäuche fehlen fast ganz. Es ähnelt einer mit Kleinstwellen durchzogenen Meeresoberfläche. Dementsprechend finden sich hier auch keine einfachen Routen. Durch die Nordwest Ausrichtung und der Höhenlage kann hier gut im Sommer geklettert werden. Im Winter ist es wohl zu kalt. Es geht nach oben an kleinen Griffen und Slopern, Unterarmausdauer pur und dann gibt es meist noch die schwierige Einzelstelle. Die Routen sind mit Bohrhaken abgesichert, aber dazwischen muss auch an schwierigen Stellen frei geklettert werden. Die Routen sind mit Umlenker versehen.
Es sind nur wenige Kletterer an der Wand. Die Insassen all der Autos sitzen zumeist um den See herum. Dennoch wer zuletzt kommt.....
Die 7a Routen zum Aufwärmen waren belegt, wir mussten uns das 7c Aufwärmprogramm geben. Zugegeben trotz erhöhter Lufttemperatur eher schlecht dafür. Die Kletterei gefällt mir gut ist anstrengend und fordernd. In meinem subjektiv komfortablen Bereich geht wenig.... 3x 7a, 1x 7b, 1x7c danach alles schwerer bis 9a.
Um ca. 16 Uhr kam dann langsam die Sonne herein, dann wars mit Sloper halten vorbei. Am Voralpsee selbst lässt es sich dann noch chillen.




Kraftwerkwand
Die Planung sah vor, um die drei Länder Kletterei perfekt zu machen das Klettern am Rottachberg im Allgäu, die Pläne änderten sich aufgrund der Hitze von ca. 30 Grad. Die Entscheidung war für die Kraftwerkswand, direkt am Lech gelegen, einen Steinwurf von Füssen entfernt doch noch in Tirol, Österreich
Die Wand ist Nord-Nordwest ausgerichtet und somit im Schatten, senkrecht bis überhängend und dadurch auch bei Regen bekletterbar. Es ist die Topkletterwand in dieser Region. Die Zustiege sind kurz. Es sind ca. 100 Routen auf mehreren Sektoren verteilt im Bereich 6 - 10+. Die höchste Verteilung der Routen liegt im französischen 7. Grad. Der Kalk ist gewöhnungsbedürftig, die Kletterei auch hier anspruchsvoll. Es ist kein Löcherkalk, eher sloprig und viele Seitgriffe mit oftmals boulderlastige Einzelstellen. Die Wand ist, wie gesehen recht frequentiert und der schon im Voraus eher glatte Kalk ist schon recht oft poliert, was es dann nicht leichter macht. Die Routenhöhe liegt zwischen 10 und 30 Metern.
Ganz subjektiv will ich sagen dass der Fels nicht zu meinen Favoriten zählen wird. Wobei der Eindruck selbstverständlich sehr einseitig ist und ich auch nicht alle Sektoren gesehen habe und hätten wir hier so einen Felsriegel in unmittelbarer Nähe wäre das eine willkommene Bereicherung.
Zufrieden mit der Kletterei und den gewonnenen Eindrücken gings in guten 3,5 Stunden zurück nach Heidelberg.

Topo: 
http://www.climbers-paradise.com/

 

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Kletterführer:

Gebro-Verlag -  

Gebro-Verlag - "Allgäu Rock" - Kletterführer 

Gebro-Verlag; 4. Auflage, 2013
Seitenanzahl: 320 Seiten
Sprache: deutsch
Autor: Ulrich und Harald Röker
28,-€

 

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