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Anna

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El Chorro - Winterziel im Süden

Klettern unter Geiern

Diesmal war es wieder der Süden Spaniens, wenn auch nicht für lange Zeit aber hin und an mal nach El Chorro muss schon sein.
Also, nach der Party frühmorgens rein ins Flugzeug, wenn auch das Duschgel erstmal ein Hindernis bildete - Anfängerfehler. Drei Stunden später in Malaga, Schlange stehen vor dem Schalter des im Internet billigsten Leihwagenanbieters - alle anderen Schalter leer - ich kann nicht mehr müde, Durst....

Nach gefühlten Stunden endlich geschafft, wir sind auf der Autobahn; Sonne blauer Himmel - super. Weit vor El Chorro ist schon das Massif der Sierra de Huma zu sehen, Davor aufragend steile Felsriegel und viele weit verstreute einzelne Fincas. Schön hier zu sein. Die Mischung machts. Die Mischung aus super Klettereien in allen Graden, wild romantischem Ambiente, internationales Publikum, spanisches Leben und gutes Wetter. Die sichtbaren Zeugnisse menschlicher Technik vor Ort (Tunnel, Stausee, E-Werk) bereiten dem Ambiente keinen Abbruch. Es passt und gehört dazu.
Angekommen, mussten wir noch, da nichts im Voraus reserviert eine Bleibe finden. Die war dann schnell gefunden und dann nix wie raus den Fels testen, allerdings waren wir so hundemüde das nichts ging. In den nächsten Tagen änderte sich dies.

Wir besuchten die dem eigentlichen Hauptmassif vorgelagerten Sektoren der Encantadas - senkrecht, kleingriffig und lang, wir kletterten an und um den großen Sektor Poema de Roca an den Frontales, abdrängend bis überhängend und in den schattigen Sektoren des Desplomilandia, überhängend, löchrig im Nordseitig ausgerichteten Teil der Sierra. Leider im Januar zumindest bei Wind fast etwas zu kalt ....und im Makinodromo. Mithin einer der besten Sektoren. Das Renomme von El Chorro als Sportklettergebiet ist ursprünglich mit diesem Sektor verbunden. Dort zieht sich durch den zentralen, versinterten, überhängenden Bereich der Klassiker Lourdes. Diesmal war es dann soweit; keine tropfenden Sinter, keine Dauerbelagerung - wir konnten die Route klettern und darüber hab ich mich gefreut. 

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Sektor Makinodromo Auf dem Weg, Bild: Andi

Insgesamt bietet das Makinodromo viele Routen in den höheren Graden. 

Nach wie vor ein Problem ist der Zustieg dorthin sowie zu einigen anderen Sektoren die im inneren Bereich der Sierra liegen. Nachdem es schon seit einigen Jahren bei Strafe verboten ist durch die Tunnels der Bahn zu laufen, zugegeben würde hier auch nicht gehen, gibt es immer noch keine richtige Alternative. Wir haben den Weg von Valle Abdelajis aus mit dem Auto um dann von oben an das Makinodromo zu kommen gewählt. Ist dann wesentlich weiter und dabei wird das Mobil noch ordentlich gequält. Vorher den Camino durch die Schlucht gehen dauert nicht nur viel länger, ist auch gefährlicher. Dann gibts noch einen Bergpfad, der dauert dann um einiges länger - schließlich geht man zum Sportklettern.

Ein weiteres Highlight war das Klettern der Mehrseillänge Muchachito Bombo Infierno. Die 6Sl Tour links neben der Höhle im Poema Sektor wurde von Papert und Siegrist eingerichtet und erstbegangen. Wir mussten dann auch zweimal hin. Beim ersten Mal haben wir gleich mal nen Zapfen in der zweiten Seillänge abgerissen und in der vierten Seillänge war es durch den Wind der an diesem Tag blies furchtbar kalt. Nächsten Tag konnte ich meinen Kopf nicht mehr wenden.....

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Sektor Poema de Roca, Frontales medias, Bild: Andi 3. SL Muchachito Bombo Infierno, der Zapfen

 

Nach der nicht ganz so super ersten Seillänge kommt eine stark werdende 2.SL mit Sinter und Kanten. Nach einem kleinen Sinterdach kommt dann der Stand an der rechten Seite einer kleinen Höhle. Die dritte Seillänge, kurz aber das Herz der Route steilt sich vor uns auf - nach draussen. Ziel ist den grossen Stalaktiten zu erreichen der da draußen hängt und dann dran bleiben. Gleich vom Stand weg brutal überhängend und ausgesetzt. Nach ein paar Metern Kletterei kann man den Zapfen hinter sich schon ahnen, hat aber nur noch Sloper in der Hand und die Tür geht auf. Wir haben es dann mit nem halben Dyno an einen kleineren vorgelagerten Zapfen gemacht (hoffentlich hält der noch ne Weile), dann den Zapfen hoch oberhalb noch mal ein unangenehmes Loch halten, nach einigen Metern dann Stand, die Arme sind gepumpt.
Die folgende SL ist nicht mehr ganz so überhängend dafür kleingriffiger. Gleich vom Stand aus gehts brachial los und man hat alle Hände voll zu tun dass man nicht in den Stand kracht. An scharfen kleinen Griffen ist hier noch mal 25 Meter Dauerpower angesagt. Beim Treten spürt man noch wie die kleinen nadelgleichen Gebilde die der Kalk oftmals hervorbringt abbrechen, doch der Fuß hält. Die fünfte Seillänge geht an großen Rissen zum Erholen nach oben. Allerdings ist die letzte Länge noch mal tricky.
Das Überhängende ist vorbei und die letzte SL ist Platte, gut stehen mit viel Vertrauen.
Bewertung: 7b (7a+?), 7b+, 7c (7c+?), 7c+, 6b, 7a+, gut abgesichert mit Bohrhaken. Vorsicht beim Abseilen: SL 2,3,4 sind zum Teil zurück zu klippen.

Wir gönnten uns dann auch mal Ruhetage, da stand dann die Begehung des Camino del Rey auf dem Programm. Ganz Wagemutige gehen dann nicht nur den halbzerfallenen Camino - nein sie springen auch mit Seil von der Brücke (Rohr) in die Schlucht. Allerdings bedarf das eines genauesten Aufbaus, da sollte man schon wissen was man macht.

 

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El Chorro Auf dem Camino el Rey, Bild: Andi Station mit Bar Isabel, Bild: Andi

 

 

 

 

 

 

Mehr Infos zu El Chorro, allgemeiner Überblick, Klettern und Sektoren, Anfahrt, Unterkunft und mehr gibt es auf dieser Seite unter:

Klettern in El Chorro, Andalusien, Spanien  

 

Das Video vom Sprung in die Schlucht gibt es unter:  

Video: Sprung in die Schlucht von El Chorro