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 Petra im Prince of Darkness

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Millenium, Wendenstöcke

Donnerstag hatte ich eine mail deren Inhalt sich für mich zusammen fasst in Wochenende - Wetter gut - Wenden - Millenium. Ich bin hellwach - Millenium! wollte ich schon lange mal machen.
Später dann Anruf, ich bin dabei.

Freitag nachmittag, Abfahrt 17 Uhr. Der Verkehr läuft etwas zäh, aber um 22:15 sind wir auf der Wendenalp (1600m). Vor uns im Dunkeln sind die Umrisse der Wandfluchten der Wendenstöcke zu erahnen. Über uns klarer Sternenhimmel mit Milchstraße.
Das gute Wetter hat noch andere Kletterer animiert  die Wenden auf zusuchen. Ca. 15 Pkw´s stehen auf dem Parkplatz.

Nach kurzer Nacht stehen wir recht früh auf und laufen noch im Dunkel über die ersten Wiesen hoch und traversieren dann den Hang unterhalb der vorgelagerten Zapfen der Glockhüser Richtung östl. Ende der Wenden, zum Reissend Nollen. An der Basis des Nollen gehts dann über Schrofen und Platten, die bei Nässe durchaus ein Risiko sein können bis zum Wandfuß. Der Einstieg zur Millenium befindet sich dann etwas oberhalb des Einstiegs der anderen Touren (Caminando, Dingo) Der Name steht angeschrieben (ca. 2400 m).
Die ersten zwei Längen im franz. 5er Grad Bereich sind angenehm zum Einklettern. Es geht hoch an Wasserrillen, gesichert mit zwei Bohrhaken. In der dritten Länge steigt die Schwierigkeit um in der vierten Länge dann wirklich ernster zu werden. Dort gehts dann über kleingriffige Strukturen senkrecht nach oben. Stand ist dann auf einem kl. Band. Die anschließende Seillänge ist gleich vom Start an schwer. Es geht über einen Aufschwung. Der gute Griff ist schwer zu erreichen. Danach wieder an kleinen Leisten im kompakten Fels weiter. Im Bereich 6c, kleingriffig, kompakt gehts dann bis aufs Biwakband am Ende der neunten Seillänge weiter.
Die achte und neunte Seillänge kann in einem geklettert werden (50m), mithin auch eine der schönsten Längen. Ab dem Band gehts wieder über einen Dachriegel. Erst athletisch um dann wieder in steiler Wandkletterei weiter zugehen. Die nächste Seillänge, mit 6b+ sicher nicht überbewertet bietet absolut scharfen Fels (nicht abrutschen), gute Hornhaut auf den Fingern kann nicht schaden. Die 12. Seillänge, 7b geht wieder über einen Dachriegel, hier macht sich dann die langsam schwindende Kraft bemerkbar und bei nicht ganz schnellem Klettern muß auch noch an den Abstieg gedacht werden, um insbesondere noch bei Helligkeit über die Zustiegsplatten zu kommen. Die Hakenbabstände in dieser Länge sind gering und eine fixe Schlinge unterm Dach existiert auch, falls von Nöten.
Grandios ist die Ausgesetzheit der Tour. Jederzeit kann zum Rucksack am Einstieg der Tour geblickt werden und weit unten die Wendenalpe. Das Wetter ist weiter super und der bekannte Wendennebel bleibt aus.

Bilder anklicken (4 von 9)

Aus der fünften Seillänge Michael im Nachstieg Reissend Nollen, Millenium geht durch die Mitte Wenden, Pfaffenhut und Excalibur  

 

 

 

 

Auf den letzten Seillängen der Tour nähert sich die Caminando, deren letzte Seillänge auch die von Millenium ist. Die letzten drei Seillängen sind wieder in gemäßigteren Graden, dafür mit weniger Bohrhaken versehen. Hier kann dann auch ein mobiles Sicherungsgerät plaziert werden. Auf die letzte Seillänge hatte ich fast keine Lust mehr, ich fühlte mich ausgebrannt, wohl nicht nur von der Sonne. Um 16:30 nach ca. 9 Stunden klettern standen wir am Ausstieg.
Okay, nach einem Hanuta gings ans Abseilen, irgendwo dazwischen ein paar Haken zurückklippen, sonst gehts zu weit von der Wand weg, der zweite macht dann einige Pendler. Nach 3-4 mal abseilen ist das Biwakband wieder erreicht, dort wird gequert und am östl. Ende weiter abgeseilt. Von dort aus in recht gerader Linie abseilen bis zum Einstieg. Nach rund 10x abseilen sind wir wieder unten.

Schuhe aus - ooooh, zusammen packen, nach kurzem Steinschlag von irgendwo oben klettern und laufen wir die Einstiegsplatten abwärts. Alternativ kann auch zweimal abgeseilt werden mit der Gefahr, dass sich das Seil verfängt. Um 20 Uhr stehen wir unterhalb der Platten. Jetzt heißt es noch den Hang auf kleinen Pfaden zu traversieren. um 21:20 sind wir dann wieder am Auto. Kaputt, müde aber es war toll. Es hat alles gepasst, Wetter, Kletterei und die Wendenstöcke sind einfach gigantisch.
Eines der besten Ziele für anspruchsvolle alpine Sportklettereien.

Millenium: 5c, 5a, 5c+, 6c, 7a+, 6c, 6b+, 6c, 6b+, 7a, 6b+, 7b, 6a+, 5c, 6b+

Ort

Switzerland
46° 45' 51.2568" N, 8° 24' 5.4828" E
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