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the Wave im Valley of Fire

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Klettern und Kletterer, Gebiete und Routen, Namen und Menschen um Heidelberg.

Caminito Del Rey - über die Zähmung des "gefährlichsten Wegs der Welt"

oder die verlorenen Kletterouten von El Chorro

 

Der gefährlichste Weg der Welt ist wieder begehbar - so schreibt die Tageszeitung "Die Welt" am 12.03.2015, so oder ähnlich ist es in vielen Medien zu lesen.
Nun zugegeben der Camino del Rey oder Caminito del Rey in der Schlucht bei El Chorro in Andalusien ist kein normaler Spaziergang - ausgesetzt ist der Weg, grandiose Blicke in die Tiefe der Schlucht hält er bereit. Nun ist der Weg gezähmt, der Tiger wurde zum Lamm. Der Spaziergänger kann sich nun getrost einen kleinen Schwindel anhand des Blickes in die Tiefe erlauben, der Boden hat keine Löcher mehr und das Geländer fängt den Geplagten auf. Nur das Speien übers Geländer könnte Konsequenzen nach sich ziehen - den sicherheitsrelevanten Aspekt gilt es hier zu berücksichtigen und wir befinden uns hier im Naturschutzgebiet.

Buchvorstellung: Kletterführer Alpen Band III von Topoguide.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute liegt mir der neue und dritte Band "Kletterführer Alpen Band III" von Topoguide.de in der Hand. die beiden Autoren Nicole Luzar und Volker Roth haben sich auch beim dritten Band wieder mächtig ins Zeug geschmissen und auf über 600 Seiten werden 280 Touren mit Schwerpunkt im 6ten und 7ten Grad, verteilt über verschiedene Alpenbereiche präsentiert. Es sind neue Touren, die hier präsentiert werden und es gibt keine Doppelungen mit den ersten beiden Bänden.

Jeder Route ist eine Tourenkategorie mitgegeben: Klassiker - Genusstour - Plaisirtour - Sportklettertour.
Im Band III liegt der Geographische Schwerpunkt der Routen im südlichen Bereich des Alpenbogens und dies oft auch in weniger bekannten Gebieten. Dieser Schwerpunkt ergab sich wohl umständehalber durch die weniger stabilen Gutwetterphasen der letzten Jahre in den Zentralalpen.

Hier sollte erklärend erwähnt sein, dass in den Kletterführern sei es Alpen Band I - III oder des Korsikaführers von Topoguide nur Routen aufgenommen werden welche die Autoren auch selbst geklettert sind und es ein eigens angefertigtes Topo gibt. Bei der Vorstellung der Touren wird höchster Wert auf genaue Angaben, exakte Topos und eine genaue Schilderung der Anforderung gelegt.

Klettern in Afrika, Marokko 2014

Anti-Atlas und Todra Schlucht

 

Am Anfang stand ein Anruf irgend wann im Frühjahr von Reinhard "Wir gehen nach Marokko zum Klettern, habt ihr nicht Lust mit zu kommen". Nach kurzer Suche im Internet über die potentiellen Klettermöglichkeiten haben wir uns auf das Anti-Atlas Gebirge geeinigt. Die von Briten verfassten Kletterführer zeigten viele Mehrseillängen im gut strukturierten  Quarzitgestein. An die ungewohnten Schwierigkeitsangaben als Kombination von Buchstaben und Zahlen werden wir uns Vorort gewöhnen und mit dem Hinweis, dass  das Gebiet traditionell erschlossen wurde und keine "bolt clipping area" sei können wir gut leben. Das kennen wir aus den Alpen oder anderen Ecken der Welt.

Und so befinden wir uns Ende September irgendwo auf der Autobahn zwischen Marrakesch und Agadir. Die immer wiederkehrenden Verkehrsschilder, die zum 70 m Abstand auffordern, wirken an der leeren Autobahn deplatziert. Der erste Aufreger wenig später kurz vor Agadir an einer Polizeikontrolle. Wir hatten ein am Straßenrand knapp über dem Erdboden  flüchtig aufgestelltes 30 km/h Schild übersehen. Aber Reinhards Kenntnis über marokkanische Fußballer in europäischen Vereinen reduzierte deutlich die Höhe der Strafe.

Wendenstöcke

Alpines Sportklettern par excellence

 

Über die Wendenstöcke als alpines Sportklettergebiet wurde viel schon geschrieben im Netz und in Büchern. Die zum Klettern aufbereiteten Wendenstöcke gibts nun auch schon seit geraumer Zeit.
Dennoch jedesmal wenn ich wieder dort bin überkommt mich das Gefühl dort was Einzigartiges zu sehen, zu erleben.
Pfaffenhut, Excalibur, Aureus, Reissend Nollend - großartig klingende Namen an den Wendenstöcken. Dort oben sind die Namen aufgereiht - real als steiles Gemäuer in den Himmel.
Um vom Parkplatz auf der Wendenalp unter die Wand zu kommen sind einige Höhenmeter zu bewältigen. Die Alp liegt auf 1600 Metern Höhe, die Einstiege auf ca. 2300m/2400m. Der Aufstieg ist steil und schroffig, Fehltritte sind nicht erlaubt. Bei Regen und Nässe wirds spannender.
In bis zu zwei Stunden sollte der Aufstieg bewältigt sein. Dann gehts los. Die Wand baut sich vor mir auf, meist senkrecht mit auch abdrängenden Abschnitten. Da sind sie dann auch schon die bekannten Wasserrillen im Kalk der Wendenstöcke. Beine weit gespreizt, auf Druck damit die Reibung auch hält, die Arme in Adlermanier die Rillenstege zangend. Drückend und ziehend gehts dann weit gespannt weiter.

Klettern am Voralpsee, Bürs und an der Kraftwerkwand

 

Eigentlich hätte es ein Kletterbesuch im Dreiländereck werden sollen aber die hohen Temperaturen trieben uns dann eher in den Schatten gleich hinter die Grenze.

Bürs
Bürs war das erste Ziel. Bürs gegenüber Bludenz in Vorarlberg.
Das Bürser Klettergebiet, einem breiten Publikum bekannt seit der cleanen Begehung von "Prinzip Hoffnung (10/10+, E9-10)" durch Beat Kammerlander auf der "Bürser Platte". In der Tat die Platte ist eindrucksvoll und hoch und die konkrete Utopie von Prinzip Hoffnung nur für wenige Kletterer zu realisieren. Die Platte ist der erste Sektor der zu sehen ist, praktisch noch mitten im Ort. Süd ausgerichtet ist es an warmen Tagen nicht unbedingt ein Vergnügen dort zu stehen. Alle anderen Sektoren nordwestlich ausgerichtet sind auf der anderen Seite der engen Bürser Schlucht am Bach Alvier gelegen, am Ortsende von Bürs zu finden und somit kühl. Deshalb ist es auch ein Sommergebiet. Dank dem teilweise stark überhängendem Fels lässt sich in einigen Sektoren auch bei Regen klettern.